Frankenaus Bürgermeister sieht eigene Projekte durch Frankenberger Pläne gefährdet

Biogasanlage: Brede übt Kritik

Björn

Frankenberg/Frankenau. Frankenaus Bürgermeister Björn Brede hat sich gestern „leicht verwundert“ über die geplante Biogasanlage geäußert, die die Frankenberger Energiegesellschaft und der Maschinenring Waldeck-Frankenberg in Frankenberg bauen wollen (HNA berichtete).

„Das Thema hätte im Zuge der Interkommunalen Zusammenarbeit der Gemeinden und Städte im Südkreis besprochen werden müssen“, sagte Brede im Gespräch mit der HNA: „Dort gehören diese Themen auf den Tisch.“

Auch wenn er selbst ein Freund und Förderer regenerativer Energiequellen sei, äußerte Brede auch Kritik an der geplanten Größe der Biogasanlage an der Frankenberger Südumgehung – immerhin mit einer Jahresleistung zwischen 500 und 1000 Kilowatt: Zwar sei er selbst ein Freund dezentraler Energiegewinnung – aber eher in Form kleiner Anlagen mit kurzen Wegen zu den Verbrauchern, bei denen sich die Menschen vor Ort einbringen und die Rendite selbst erwirtschaften können.

Kleine Orte, kleine Anlagen

„Kleine Orte haben sogar die Möglichkeit, mit kleinen Biogasanlagen energie-autark zu werden“, sagte Brede. Beim Bau von großen Anlagen nehme man den kleinen Dörfern aber diese Chancen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Brede daran, dass die Stadt Frankenau selbst ein aktuelles Naturschutzgroßprojekt habe und „eventuell auch zukünftige, wo wir landwirtschaftliche Flächen mit einbinden müssen“. Diese Anstrengungen könnten durch solche Großprojekte wie die Biogasanlage in Frankenberg gestört werden.

Konkret wies er deshalb auch auf die Knappheit von Ackerland für die landwirtschaftlichen Betriebe hin. „Wenn die Landwirte erst einmal Verträge mit der EGF unterschrieben haben, dann sind diese Landwirte lange Zeit gebunden“, sagte Brede.

Wie berichtet, sollen die Rohstoffe für die in Frankenberg geplante Biogasanlage aus den Kommunen Frankenberg, Frankenau, Burgwald und Rosenthal angeliefert werden. Dafür wird eine Anbaufläche von etwa 400 bis 500 Hektar benötigt, je nach Größe der Biogasanlage. Das seien etwa acht Prozent der Ackerflächen in diesen Gemeinden, hatten in dieser Woche der Frankenberger EGF-Chef Karl-Heinz Schleiter und Walter Dersch, der Geschäftsführer des Maschinenrings, erläutert.

Dabei legten sie großen Wert darauf, dass die Rohstoffbeschaffung für die geplante Biogasanlage verträglich mit den vielen Milchviehbetrieben im Frankenberger Land sein solle. (mjx)

Quelle: HNA

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