Frankenberg

Bluttner schlüpft aus Überraschungsei

- Frankenberg (jos). Stadtverbandsvorsitzender Rainer Hesse wollte dem Vernehmen nach ebenso Bürgermeister werden wie Stadtrat Thomas Rampe, Bauamtsleiter Karsten Dittmar und Fraktionschef Martin Fallenbüchel. Nach einem aufwendigen Bewerbungsverfahren hat sich die schwarz-grüne Koalition allerdings für Stadtrat Bernd Bluttner entschieden, der kaufmännischer Leiter des Eisenwerks Hasenclever ist.

Dass Bürgermeister Christian Engelhardt der Stadt Frankenberg eines Tages den Rücken zukehren wird, war den hiesigen Kommunalpolitikern klar. Doch der Zeitpunkt seines Weggangs kam für die meisten überraschend. Schon am 1. Dezember tritt Engelhardt seinen neuen Job beim Hessischen Landkreistag in Wiesbaden an. Kaum war das bekannt, witterten schon mehrere heimische Christdemokraten die Chance, Engelhardts Nachfolge antreten zu können.

Innerhalb der Partei gab es nach Informationen der WLZ-FZ gleich eine ganze Handvoll Kandidaten, die ein Auge auf den Chefsessel im Stadthaus geworfen hatten. Und auch beim Koalitionspartner der CDU, den Grünen, liebäugelte man offenbar mit dem Bürgermeisteramt. Die Kandidatenkür versprach also, spannend zu werden. Und das vorläufige Ergebnis des Bewerbungsverfahrens, das noch durch die Mitgliederversammlungen abgesegnet werden muss, ist durchaus eine Überraschung: Mit Bernd Bluttner hat sich der Vize-Chef des CDU-Stadtverbandes durchgesetzt – unter anderem gegen den zunächst ebenfalls am Bürgermeisteramt interessierten Vorsitzenden Rainer Hesse und gegen den zuletzt als Favorit gehandelten Bauamtsleiter Karsten Dittmar, der für die Christdemokraten in seiner Heimatgemeinde Lahntal kommunalpolitisch tätig ist.

Wie es zur Entscheidung der schwarz-grünen Koalition für Bluttner gekommen ist? Neun Vertreter von CDU und Grünen bildeten in den vergangenen Wochen einen Wahlvorbereitungsausschuss. Unter dem Vorsitz des CDU-Stadtverordneten Klaus-Peter Stein wurde ein Bewerbungsbogen für die potenziellen Bürgermeisterkandidaten entwickelt. Dabei ging es darum, etwas über die Verwaltungserfahrung und die politische Laufbahn der Bewerber zu erfahren.

Nach einem ausgeklügelten System vergab der Vorbereitungsausschuss Punkte in verschiedenen Kategorien. Nach der Auswertung der Fragebögen wurden persönliche Vorstellungsgespräche mit den Bewerbern geführt. „Es war ein sehr transparentes und sachliches Verfahren“, lobt Bernd Bluttner die Arbeit des Wahlvorbereitungsausschusses. Es sei zwar für ihn als Bewerber auch anstrengend gewesen, weil es inhaltlich sehr in die Tiefe gegangen sei – aber für Bluttner hat sich die Mühe gelohnt. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen soll er sich nach Informationen dieser Zeitung gegen Bauamtsleiter Karsten Dittmar durchgesetzt haben.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 22. September.

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