Komödie Frankenberg

Das Böse im Guten

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Die Geschwister Martha (Nadine Oberender), Mortimer (Holger Kraus) und Abby Brewster (Sabine Eckel) sind gemeinsam auf der Spur von einem Dutzend Leichen – doch anders, als zunächst vermutet.

Frankenberg - Ein verrückter Massenmörder kehrt unvermittelt zurück in die Heimat - doch ist wirklich er schuld an den unaufgeklärten Morden in New York? Eine ironische Komödie nach Joseph Kesselring bereitet die Frankenberger Laiendarstellergruppe für ihre Premiere vor.

Von England in die USA: Nach Molière, Goldoni und Dürrenmatt wagt sich die Komödie Frankenberg mit ihrem neuen Stück über den Atlantik - während der Fokus ehedem auf dem bitter-ironischen, schwarzen Briten-Humor lag. Allzu weit davon entfernt ist allerdings auch „Arsen und Spitzenhäubchen“ des US-Amerikaners Joseph Kesselring nicht, beleuchtet er doch das Amerika der ersten Weltkriegsjahre, nicht ohne dabei die Moral - oder das, was einige dafür halten - zu vergessen.

„Es ist ein klassisches Stück, dass Boulevard-Züge trägt“, freut sich Regisseur Harald Hörl über den Klassiker von 1939. Es sei zeitlos - „und es ist gut“, sagt er. Dafür, dass es auch beim Publikum gut ankommt, sorgen derweil alte Bekannte: Mit Nadine Oberender, Holger Kraus und Sabine Eckel als Brewster-Geschwister spielen „Urgesteine“ der heimischen Laiendarstellergruppe die tragenden Rollen in der Komödie. Hinzu kommt Dirk Schäfer als heimgekehrter Jonathan Brewster, ein verrückter Serienkiller, dem die Familie offenbar alles zutraut.

14 Rollen und ein

Überraschungsgast

Insgesamt 14 Rollen hat Hörl besetzt - „und es sind allesamt Sprechrollen“, ist er zufrieden mit seiner Darstellerriege. Er verspricht zudem einen in Frankenberg durchaus bekannten Überraschungsgast, dem seine Rolle wie auf den Leib geschrieben scheint.

Seit dem Frühjahr probt das Ensemble in der Aula der Ortenbergschule, mittlerweile teilkostümiert. Froh ist Harald Hörl, dass mit einem Altersspektrum von 20 bis 77 Jahren inzwischen bald jede Rolle adäquat besetzt werden könne - eine positive Nachwirkung des Großstückes „Der Besuch der alten Dame“ in der Liebfrauenkirche. „Deshalb hat es uns in den Fingern gejuckt, jetzt mal ein Stück zu spielen, das eine der bekanntesten Komödien überhaupt ist“, sagt Hörl, der sich in seiner Adaption sehr nah an das Original hält. Das sei „leicht, kurzweilig, tiefgründig“. Und es werfe die Frage auf, ob das Gute wirklich immer gut sei - und das Böse ausschließlich böse.

Durchaus anspruchsvoll sei das Stück - ohne aber schwer zu sein. Denn es ist noch immer das vorrangige Ziel der Darstellerriege, das Publikum für einige Stunden aus dem Alltagstrott zu reißen und für den einen oder anderen Lacher zu sorgen. Die Probenszenen jedenfalls versprechen, dass das auch gelingt.

Premiere von „Arsen und Spitzenhäubchen“ nach Joseph Kesselring ist am Samstag, 8. November. Es folgen Aufführungen am 9., 14., 15. und 16. November jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Ortenbergschule. Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag, 20. Oktober.

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