Löhlbach

Böse Überraschungen bei der Sanierung des Kindergartens

- Löhlbach (apa). Nasse Wände hinter der Küchenzeile, durchbohrte Fliesen im Bad, lose Kabel und veraltete Stromanschlüsse: Beim Anbau der neuen Räume an den Löhlbacher Kindergarten fanden sich immer weitere Schäden am Gebäude.

„Wenn wir das damals schon gewusst hätten, dann wäre der Kindergarten einfach in die Schule umgezogen“, sagt Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus. Beim Um- und Anbau des Kindergartens sind Schäden an der Gebäudesubstanz und an der Ausstattung zutage getreten. Am Donnerstagabend müssen die Hainaer Gemeindevertreter entscheiden, ob sie weitere 100 000 Euro in die Hand nehmen, um den Löhlbacher Kindergarten grundlegend zu sanieren. Der Kindergarten wird derzeit erweitert: In einem Anbau entstehen zwei rund 50 Quadratmeter große Gruppenräume, ein Ruhezimmer sowie ein Wickelraum. Der Anbau, der für die Betreuung von insgesamt 20 unter Dreijährigen gedacht ist, soll rund 418 000 Euro kosten. Davon trägt das Land 352 000 Euro. Im Zuge der Umbauarbeiten hat die Gemeinde eine energetische Sanierung in Angriff genommen, die ebenfalls bezuschusst wird: Von den förderfähigen Gesamtkosten in Höhe von 165 000 Euro bezahlt das Land Hessen 66 000 Euro. Decken, Fußböden und Fenster sollten ausgetauscht werden. Im nächsten Frühling soll der Kindergarten fertig sein.Im Jahr 1971 wurde das Gebäude unterhalb des Bürgerhauses gebaut. „Seitdem wurde nichts daran gemacht“, erläuterte Backhaus auf Nachfrage der FZ. Mit Folgen: Bisher unbemerkte Feuchtigkeit in den Wänden hinter der Küchenzeile, lose herumhängende Stromkabel, veraltete Anschlüsse und zahlreiche Löcher in Wänden und Fliesen kamen bei den Um- und Ausbauarbeiten zum Vorschein. „Das war eine böse Überraschung“, sagte der Bürgermeister. „Es war nicht abzusehen, dass da so viel auf uns zukommt.“ Er räumte aber auch ein Versäumnis ein: „Wir hätten das vorher genauer untersuchen müssen.“

Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Montagabend über den Zustand des Kindergartens beraten und sich bei einer Gegenstimme dazu entschieden, dem Parlament eine Mehrausgabe von 100 000 Euro zu empfehlen. Anders als bei den Kosten für die energetische Sanierung und den Anbau gibt es allerdings dafür keinerlei Zuschüsse – diese Kosten müsste die Gemeinde allein tragen. Am Donnerstagabend tagen die Gemeindevertreter ab 20 Uhr im Löhlbacher Bürgerhaus. Die Sitzung ist öffentlich.

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