Bottendorfer Bürgerinitiative lehnt Biogasanlage mit nachwachsenden Rohstoffen ab

Mitglieder der Interessengemeinschaft "Zukunft für Bottendorf". Sie warnen vor Biogasanlagen mit nachwachsenden Rohstoffen. Biogasanlagen sollten ihrer Meinung nach mit Gülle und Mist betrieben werden.

Bottendorf. Die Bürgerinitiative "Interessengemeinschaft Zukunft für Bottendorf" ist nicht generell gegen Biogasanlagen, aber sie lehnt Anlagen ab, die mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden. Das erläuterte Sprecherin Daniela Theiss. Die Initiative stellte jetzt ihre Ziele vor.

Wie berichtet, hat sich die Interessengemeinschaft gegründet, nachdem der Ortsbeirat Bottendorf und das Gemeindeparlament Burgwald gegen das Votum einer Bürgerbefragung für das Projekt des Bodenverbandes Waldeck-Frankenberg und der Firma Viessmann gestimmt haben. Sie wollen in der Bottendorfer Gemarkung ein Holzhackschnitzel- und Silolager errichten und behalten sich die Option vor, später einmal eine Biogasanlage zu bauen. Dafür muss, wie berichtet, ein eigenes Genehmigungsverfahren erfolgen.

Die Mitglieder der Initiative haben Sorge, dass die Biogasanlage verwirkt wird. Sie möchten über den Stand der Planung genauere Informationen. Deshalb wollen sie das Gespräch mit den zuständigen Offiziellen suchen. "Es ist verständlich, dass die Gemeindevertreter das finanzielle Wohl von Burgwald im Auge haben. Man darf aber langfristig die viel wichtigeren Belange von Umwelt, Naturschutz und Ethik nicht nicht ausblenden", sagt Daniela Theiß.

Bei der geplanten Bottendorfer Biogasanlage handele es sich um eine Anlage, welche nachwachsende Rohstoffe verwendet (Nawaro-Anlage). Für solche Anlagen werden im wesentlichen Mais, unreifes Getreide und Gras genutzt. "Dies ist die denkbar schlechteste Form einer Biogasanlage", sagte Daniela Theiß. Sie sei nicht treibhausgasneutral. Für Anbau und Ernte werde viel Sprit verbraucht. Eine Nawaro-Anlage führe zu vermehrtem Maisanbau. Mais lauge den Boden stark aus. Vermehrtes Düngen führe zu stärkerer Nitratbelastung des Grundwassers. Nach Informationen des Landesamtes für Umwelt und Geologie sei der Nitratgehalt in der Region teilweise überhöht und liegt über dem Richtwert von 25 Milligramm pro Liter. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU sehe vor, diese Werte zu senken.

Laut Initiative halten sich auch die Vorteile der Landwirte in Grenzen: Bei der Pacht von Land konkurrierten Energiewirte mit traditionellen Bauern. Folge: Die Pacht steige. Weitere Folge: Teure, weil arbeitsintensive Landwirtschaft verlagert sich in Entwicklungsländer, welche für uns die Lebensmittel produzieren, statt für sich selber.

Die Interessengemeinschaft setze sich für eine Alternative ein: eine kleinere Biogasanlage, die mit Gülle und Mist betrieben wird. Es würden echte Reste verwertet, statt Lebensmittel. Allerdings sei der Ertrag - und damit der finanzielle Anreiz für Investoren - geringer. (nh/mab)

Quelle: HNA

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