Lagerflächen an der Kreisstraße 117

Bottendorfer Ortsbeirat ist für die Silos

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Der Bottendorfer Ortsbeirat stimmt dem Bau eines Silos und einer Lagerhalle in der Gemarkung „Winterstrauch“ zwischen der Kreisstraße 117 und dem Gemeindeverbindungsweg (rechts) mehrheitlich zu. Nach jüngsten Planungen soll die Lagerfläche in einer Senke in der Nähe der K 117 (im linken Bildabschnitt), mehr als einen Kilometer von Bottendorf entfernt, entstehen.Foto: Kutsch

Burgwald-Bottendorf - Der Bottendorfer Ortsbeirat hat sich mehrheitlich für den Bau der Silos und der Lagerhalle in der Gemarkung "Winterstrauch" an der Kreisstraße 117 entschieden. So will sich der Ortsbeirat ein Mitspracherecht am Standort der Lagerflächen sichern.

„Ich bestimme lieber selber, wo die Lagerfläche hinkommt“, sagte Ortsvorsteher Stefan Schäfer nach der Abstimmung im Ortsbeirat. „Jeder Landwirt kann solche Silos auf seinem eigenen Land als privates Bauvorhaben viel näher an Bottendorf bauen.“

Der Maschinenring plant den Bau von Silos und einer überdachten Lagerfläche in der Nähe der Maschinenhalle (die FZ berichtete). Die kann als landwirtschaftlich privilegiertes Vorhaben ohne Änderung des Flächennutzungsplans in der Feldgemarkung gebaut werden - Walter Dersch vom Maschinenring ist jedoch die Zustimmung der gemeindlichen Gremien wichtig für die Investition.

Auf Wunsch vieler Bottendorfer verabschiedete der Maschinenring sich vom ursprünglich geplanten Standort an der Maschinenhalle und fand einen neuen Standort in der Gemarkung „Winterstrauch“ in einer Senke gelegen. „Die Gegener der Lagerflächen hatten einen Standort in dieser Gemarkung bei einer Bürgerversammlung vorgeschlagen“, erklärte Schäfer nach seinem Votum in der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend. Bei der Umfrage unter den Bottendorfer haben dennoch die meisten Teilnehmer der Umfrage auch gegen die neue Fläche gestimmt.

„Es waren neun Prozent aller Wahlberechtigten gegen den Bau“, erklärte der Ortsvorsteher. Von 1608 wahlberechtigten Bottendorfern nahmen 261 an der Abstimmung teil - von ihnen sprachen sich 151 gegen die Silos und die Lagerhalle aus.

„Weil das Votum also nicht eindeutig war, sollte jedes Mitglied des Ortsbeirats frei über seine Meinung bei der Abstimmung entscheiden“, sagte Schäfer. Sieben Mitglieder sprachen sich schließlich für den Bau aus, die zwei Ortsbeiräte der CDU-Fraktion dagegen.

Etwa zehn Bottendorfer waren bei der Abstimmung in der öffentlichen Sitzung dabei und stellten zuvor noch einige Fragen nach den Vorteilen für die Bottendorfer Landwirte. Walter Dersch vom Maschinenring erläuterte, dass die heimischen Landwirte ihre Futtermittel und die Substrate für die Biogasanlage in Allendorf vor Ort einlagern können und durch die zentrale Sammelstelle Zeit sparen. „Jeder Landwirt kann seine Futtermittel bei uns einlagern und die gleiche Menge wieder abholen“, ergänzte er. Heimische Lagerflächen im Dorf entfallen dadurch möglicherweise.

Ortsbeiratsmitglied Karl-Heinz Müller hatte sich zuvor bei den Bottendorfer Landwirten umgehört: „Einige Landwirte haben großes Interesse an der Einlagerung ihrer Futtermittel.“ Insgesamt werden in Bottendorf rund 600 Hektar Land bewirtschaftet - die Besitzer der Hälfte aller Flächen „stehen der Einlagerung auf der Lagerfläche positiv gegenüber“.

Schmack nannte einen weiteren direkten Vorteil für die Burgwalder Landwirte: „Spätestens 2015 ändert sich die Wasserschutzrahmenrichtlinie“, kündigte er an. Landwirte dürfen ihren Stallmist in der vegetationsfreien Zeit - also im Winter - dann nicht mehr auf ihren Äcker ausbringen. „Sie müssen also eine Lagerkapazität von Stallmist von sechs Monaten nachweisen“, sagte Schmack. „Für jeden einzelnen Landwirt wäre das eine enorme Investition.“

Durch den Bau der Lagerhalle für Holzhackschnitzel würde sich das Problem jedoch lösen: Im Winter ist die Lagerhalle leer, weil die Hackschnitzel verbraucht würden - dann könnten die heimischen Landwirte ihren Mist dort bis zum Frühjahr lagern. „Die Landwirte könnten ihre eigene Lagerfläche sonst auf der grünen Wiese bauen oder mitten im Dorf“, sagte Lothar Thiele. „Also ist die zentrale Lagerfläche ein Vorteil für alle Bottendorfer, weil der Mist weit vom Dorf weg gelagert wird.“

Auf die Frage nach der eventuell geplanten Biogasanlage antwortete Frank Stumpf von der Firma Schmack/Viessmann, dass eine Planung mindestens zwei Jahre dauere, zuvor müsste ein Bauleitplanverfahren bei der Gemeinde angestoßen werden - und die Gemeinde müsste zustimmen. Er erteilte damit Gerüchten eine Absage, wonach die Bottendorfer laut Schäfer glauben, dass die Biogasanlage noch in diesem Jahr errichtet werden solle.

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