Martin Fallenbüchel tritt nach Debakel bei Bürgermeisterwahl zurück

Brandenstein übernimmt Vorsitz der CDU-Fraktion

Frankenberg - Dass die CDU-Fraktion Pierre Brandenstein zu ihrem neuen Chef gewählt hat, ist keine Überraschung. Nicht unbedingt zu erwarten war allerdings dessen Aussage, dass man in Zukunft die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Rüdiger Heß suchen werde.

Zwar haben die Christdemokraten einen fairen und sauberen Wahlkampf gegen ihr Ex-Mitglied Rüdiger Heß geführt. Doch inhaltlich gehen die CDU und der neu gewählte Bürgermeister zumindest bei den großen Frankenberger Themen weit auseinander: Während die CDU-Fraktion die Biogasanlage und die Eder-Galerie will, hat sich Heß im Wahlkampf deutlich gegen beide Projekte ausgesprochen. Umso mehr überrascht es vor diesem Hintergrund, dass der neu gewählte Fraktionsvorsitzende Pierre Brandenstein wenige Tage vor der Amtseinführung von Heß verlauten lässt, die CDU werde "die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen, vor allem aber künftig auch dem neu gewählten Bürgermeister Rüdiger Heß suchen".

Entweder bedeutet diese Erklärung tatsächlich eine Annäherung der CDU an Heß, noch bevor der überhaupt im Amt ist. Oder aber es handelt sich nur um eine Floskel. So oder so wird die Aussage bei den anderen Fraktionen, vor allem aber bei den Koalitionspartnern von den Grünen, für Verwunderung sorgen. Erst vor wenigen Tagen hatten Grüne und Bürgerliste scharfe Kritik an Heß geäußert, der mit einem Anschreiben an Regierungspräsident Lübcke quasi durch die Hintertür versucht hat, die in Frankenberg geplante Biogasanlage zu verhindern. Heß’ Verhalten wurde in diesem Zusammenhang als "Gift für das politische Klima in der Stadt" bezeichnet.

Der bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Martin Fallenbüchel nannte für seinen Rücktritt kurz vor der ersten Parlamentssitzung nach dem Debakel bei der Bürgermeisterwahl gesundheitliche und berufliche Gründe.

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