Frankenberg

Für Ten Brinke gelten Rosco-Maßstäbe

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- Frankenberg (rou). Es gibt einen neuen Investor, der auf dem Balzer-Gelände ein Einkaufszentrum errichten will. Diese gestern in der FZ exklusiv erschienene Nachricht war am Mittwoch das Thema des Tages in Frankenberg. Die Pläne der Ten-Brinke-Gruppe aus den Niederlanden sorgten vor allem in Kreisen der Kaufmanns-Riege für Gesprächsstoff.

Nur die wenigsten Frankenberger hatten damit gerechnet, dass sich knapp zwei Monate nach dem Ausstieg der Bad Hersfelder Rosco-Gruppe ein neuer Investor aus der Deckung wagt und das Projekt Eder-Galerie im Kreuzungsbereich der Siegener Straße und der Röddenauer Straße realisieren will. Von der Entwicklung überrascht äußerte sich unter anderem André Kreisz, der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins Frankenberg. Auch er hatte aus der FZ von den Plänen der Ten-Brinke-Gruppe aus den Niederlanden erfahren. Bislang sei ihm von „offizieller“ Seite kein neuer Sachstand mitgeteilt worden, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Aus diesem Grund wolle er auch noch keine offizielle Stellungnahme für den Kaufmännischen Verein abgeben.

In der Fußgängerzone wurde das Thema dafür umso intensiver diskutiert. Erörtert wurde in Kreisen der Kaufmannschaft vor allem die spannende Frage, ob der neue Investor die Pläne nun tatsächlich zum Abschluss bringen wird oder ob den Kaufleuten erneut eine Hängepartie wie zu Zeiten des Rosco-Engagements droht.

Eine Antwort kann auch Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt zum jetzigen Zeitpunkt nicht liefern, obwohl er in den vergangenen Wochen mehrfach Kontakt zu Projektentwickler Jens Greguhn hatte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Galerie nun gebaut oder nicht gebaut wird, möchte ich nicht bewerten“, sagte er. Es sei letztendlich wie bei jedem Bauvorhaben eine Entscheidung des Investors. Der Investor befände sich mitten in den Vorbereitungen.Da das Abschließen der Kaufverträge und die Verhandlungen mit potenziellen Mietinteressenten beträchtliche finanzielle Aufwendungen erfordern würden, zieht Engelhardt folgenden Schluss: „Das macht sicher kein Unternehmen nur ,einfach so‘, sondern nur bei ernsthaftem Interesse.“ Der Ten-Brinke-Gruppe bescheinigte er ein „erhebliches Potenzial“. Dies würden auch die Zahlen zum Immobilienbestand, zum Umsatz sowie die Referenzen beweisen (FZ berichtete).

Engelhardt stellte klar, dass er als Vermittler zwischen den Grundstückseigentümern und dem neuen potenziellen Investor keine Absprachen hinsichtlich der Konzeption des Einkaufszentrums, der Sortimente oder der Mieter getroffen habe. Und solche Absprachen seien auch künftig nicht mehr zu treffen. „Vielmehr ist es so, dass Ten Brinke in die sehr detaillierte Beschlussfassung der Stadtverordneten eintreten wird. Deren Details gelten nicht nur für Rosco, sondern auch jeden anderen potenziellen Investor.“

Nachdem das Regierungspräsidium der Stadt Frankenberg die Abweichung vom Regionalplan unter Auflagen genehmigt hatte, hatte das Frankenberger Parlament einen Bebauungsplan mit detaillierten Auflagen zu Sortimentsgrößen und weiteren Bedingungen beschlossen. „Eine weitere Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung ist nicht mehr erforderlich“, betonte Engelhardt. Die Grundstückseigentümer und der Investor hätten sogar einen Rechtsanspruch darauf, zu den Bedingungen des Bebauungsplanes ein solches Vorhaben realisieren zu dürfen. Dies unterscheide die aktuelle Situation des neuen Investors von der des ersten Projektentwicklers, erläuterte der Verwaltungschef.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 17. März

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