Bromskircher berichtet: Diese Probleme kann es mit Flüchtlingen als Mieter geben

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In der Küche: Karl-Friedrich Geldbach aus Bromskirchen hat der HNA die Mietwohnung gezeigt, die Asylbewerber in seinen Augen unschön hinterlassen haben. Mittlerweile hat er viele Schäden an Türen und Schränken bereits renoviert.

Bromskirchen. Nach einem Bericht in der HNA über die Wohnsituation von Flüchtlingen hat sich Karl-Friedrich Geldbach aus Bromskirchen bei uns gemeldet.

An seinem Beispiel zeigen wir, welche Probleme es mitunter mit Flüchtlingen als Mietern geben kann.

„Ich habe in jeder Hinsicht geholfen, aber am Ende eine gewisse Undankbarkeit verspürt“, Karl-Friedrich Geldbach über die iranische Familie, die neun Monate lang in seiner Einliegerwohnung lebte. „Da sind kulturell und zwischenmenschlich zwei Welten aufeinander getroffen.“ In Zahlen ausgedrückt: Die Renovierung der Wohnung hat hinterher fast 2900 Euro gekostet – bei 3500 Euro Mieteinnahme. „Beides muss der Steuerzahler bezahlen“, sagt der 69-jährige Bromskircher.

Von Oktober 2015 bis Juli 2016 wohnte das iranische Ehepaar mit seiner Tochter bei den Geldbachs. „Die Gemeinde hatte Wohnraum für Asylbewerber gesucht, da haben wir uns gemeldet“, sagt Karl-Friedrich Geldbach, der viele Jahre lang Vorsitzender der Gemeindevertretung war.

Weil die drei Iraner kein Deutsch sprachen, half Geldbach bei Behördengängen und Arztbesuchen, eröffnete ihnen ein Bankkonto, schrieb eine Bewerbung für den Mann und meldete die fünfjährige Tochter im Kindergarten an, der nur wenige Schritte entfernt ist. Im Gegenzug habe der Mann zum Beispiel beim Heckeschneiden geholfen. „Ich habe auch Lehrmaterial besorgt, um ihnen Deutsch beizubringen.“ Ein Iraner aus dem Ort habe beim Übersetzen geholfen.

Dann der Bruch: „Nachdem sie einen Bekannten in Frankfurt besucht hatten, waren sie wie verwandelt.“ Der Mann sei gegenüber Frau Geldbach aufsässig geworden, habe sie nicht mehr gegrüßt, sie hätten ständig nachts laut telefoniert. „Die haben kaum noch Rücksicht auf uns genommen.“

Wie Geldbach später feststellte: Die iranische Familie hatte die drei Betten in der großzügigen Wohnung zur Seite gestellt, stattdessen auf dem Boden geschlafen und lieber vom Boden als am Tisch gegessen. „Für uns vollkommen befremdlich.“ Der Wasserverbrauch sei hoch gewesen, die Heizung ständig aufgedreht. „Ich hatte das Gefühl, dass die unsere Hilfsbereitschaft als eine Pflicht ansehen, die vom Staat angeordnet worden ist.“

Seine Mieter seien im ersten halben Jahr verwöhnt worden, hätten aber wohl irgendwann gemerkt, dass sie ohne eigenes Auto in Bromskirchen nicht weit kommen. Seit Juli wohnen sie in einem der Wohncontainer in Frankenberg. „Kein Vergleich zu unserer Wohnung, die wir liebevoll eingerichtet hatten“, sagt Karl-Friedrich Geldbach.

Vor allem die Unzuverlässigkeit habe ihn verwundert. Der Mann habe sich beim Fußballverein und im Fitnessstudio angemeldet, sei aber kaum hingegangen. Das Kind hätten sie erst spät in die Kita gebracht und fast nie zur vereinbarten Zeit abgeholt. Auch die Sprachkurse in Somplar, für die der Bürgerhilfeverein ihnen Fahrräder gab, hätten sie nicht mehr besucht.

Dann der Auszug am 1. Juli: „Bei der Abnahme der Wohnung mit der Mitarbeiterin des Landkreises hat mich fast der Schlag getroffen“, erzählt der Hausherr. Die zuvor renovierte Wohnung habe etliche Schäden gehabt. Das Kind habe einen Schrank, eine Tür und einen Tisch bemalt und beklebt, an den Wänden gab es Gebrauchsspuren, auf dem Herd seien Essensreste millimeter dick eingebrannt gewesen. „So geht man nicht mit fremdem Geld und Gut um“, sagt Geldbach und wünscht sich, dass dieses Thema in Integrationskursen und in der Politik diskutiert wird. „Es nützt keinem etwas, wenn den Asylbewerbern keiner vor Augen führt, dass es so nicht geht.“

Ihm jedenfalls, sagt er, kämen keine Mieter mehr ins Haus. „Unsere Hilfsbereitschaft wurde mit Füßen getreten, wir sind bitter enttäuscht.“ Die Wohnung im Keller will er jetzt als Gästezimmer für seine Enkel einrichten.

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Quelle: HNA

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