Vom Bromskircher Opa das Platt gelernt

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Haben früher zusammen gespielt: Der Nachmittag der Begegnung war ein willkommener Anlass, die Familie wiederzusehen. (von links) Helga Kalb mit Vetter Karl-Heinz Schnorbus und Cousine Helma Landshut.

Bromskirchen ist ihre zweite Heimat. Sie spricht das Bromskircher Platt und kennt jedes Haus. Helga Kalb lebt in Bochum und schaute im Zuge des Festes 775 Jahre in Nordhessen vorbei.

„Meine Mutter stammt aus Bromskirchen“, erzählt Helga Kalb. Sie habe dann aber den Lehrer und späteren Schulleiter Heinrich Rumpf geheiratet, wegen dem sie nach Bochum gezogen sei.

Dort, so erzählt Helga Kalb weiter, habe die kleine Familie ein Schulhaus mit angrenzendem Garten bewohnt. „Die Ferien verbrachten wir in Bromskirchen“, so Helga Kalb. Das Landleben und die Arbeit auf dem Land kenne sie von klein auf. „Wir Kinder wurden natürlich mit eingespannt.“

Dann erzählt sie, wie sie Stroh zu Garben binden mussten und der Onkel peinlichst genau darauf achtete, dass sie und ihr jüngerer Bruder Helmut das auch richtig machten.

„Es müsste so 1938 gewesen sein. Ich war in der dritten Klasse“, erinnert sich die Bochumerin, da besuchte sie für drei Wochen die Grundschule in Bromskirchen. Und als im Krieg 1943 sämtliche Schulen im Ruhrgebiet geschlossen wurden, gingen sie und ihre Mutter für zweieinhalb Jahre in die zweite Heimat. „Ich war 14“, erinnert sich Helga Kalb. Ihre Mutter schickte sie auf das Elisabeth-Gymnasium nach Marburg. In der Universitätsstadt bezog sie ein Zimmer bei einem älteren Herren und dessen Tochter, am Wochenende kam sie immer nach Hause - nach Bromskirchen.

Von Alexandra Helmus

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Quelle: HNA

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