Buch über Eobanus Hessus

Brückenschlag nach Erfurt

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Erfurt/Frankenberg - Als „Brückenschlag von Frankenberg nach Erfurt“ hat Karl-Hermann Völker das neue Buch über den aus Halgehausen stammenden Helius Eobanus Hessus bezeichnet, als er dort die ersten Exemplare mit Ruth Piro-Klein und dem Autor Karl-Heinz Hartmann dem „Förderverein Humanistenstätte Engelsburg“ übergab.

Im Rahmen einer Buchvorstellung mit Bildpräsentation im Hörsaal der Erfurter Engelsburg überreichte der Frankenberger Geschichtsverein dem „Förderverein Humanistenstätte Engelsburg“ einige Exemplare des neuen Buchs von Karl-Heinz Hartmann über Helius Eobanus Hessus. Die Mitglieder des Geschichtsvereins erinnerten an die alte Tradition der Verbindung Frankenberg – Erfurt, weil die dort im Jahr 1392 eröffnete Universität ab 1414 bevorzugter Studienort für Studenten aus Frankenberg war. Von 1465 bis 1520 studierten dort 56 Studenten aus dem Ederstädtchen, das damals etwa 1100 Einwohner hatte. Unter ihnen war auch Eobanus Hessus, der an den Lateinschulen in Frankenberg und Gemünden das Rüstzeug für seine Gelehrtenlaufbahn erhalten hatte. Als später in Erfurt die Pest drohte, zog Professor Hessus mit seinen Studenten zeitweilig nach Frankenberg um.

In Erfurt traf der Halgehäuser Poeten-König auch mit dem Reformator Martin Luther zusammen, der dort ebenfalls studiert und im Augustinerkloster gelebt hatte. Er schrieb später eine Elegie „Zum Lobe und zur Verteidigung des evangelischen Doktors Martin Luther“, umgekehrt nannte Luther ihn „den berühmtesten Poeten der Zeit, den frommen und reinen Sänger“.In den vergangenen Jahren erforschte Karl-Heinz Hartmann das Leben und die Bedeutung des Humanisten und neulateinischen Dichters Hessus. Daraus erstellte er eine literarische Lebensbeschreibung, die als „Frankenberger Heft Nr. 12“ vom Geschichtsverein herausgegeben wird (FZ berichtete). „Ich wollte damit einen Beitrag zur Lutherdekade leisten, in der sich der Blick nicht nur auf die Gründungsväter der Reformation, sondern auch auf das gesamte Geistesleben des Humanismus und seine Bildungsimpulse richtet“, erklärte Hartmann in Erfurt.

Großes Interesse an Hessus

Ralf-Dieter May, Vorsitzender des Erfurter Fördervereins Engelsburg, der zusammen mit Schatzmeister Roman Burchard die Gäste aus Frankenberg begrüßte, lobte die wissenschaftlich gründliche Arbeit des Autors und die Umsetzung in ein reich bebildertes, auch für Laien interessantes Buch über den Dichterkönig Hessus. Er berichtete, dass er bei Stadtführungen häufig mit Personengruppen zusammentreffe, die sich für Leben und Wirken des Gelehrten sowie dessen Dichtung interessierten. „Ihnen wird künftig das Buch von Karl-Heinz Hartmann viele neue Informationen und Anregungen über Hessus geben“, sagte May.Die Biografie „Helius Eobanus Hessus“ ist ab sofort im Buchhandel erhältlich, eine besondere Verkaufsstelle wurde im Studentenzentrum der Erfurter Engelsburg eingerichtet. Nachdem dort der Frankenberger Verein im Mai dieses Jahres zu Gast war, kündigte der „Förderverein Humanistenstätte Engelsburg“ einen Gegenbesuch in Frankenberg, Haina und Halgehausen im Oktober an. (vk)

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