Vom Buchenholz zur Kohle

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Vor dem aufgeschichteten Meiler: Die Dodenauer Hilfsköhler mit den Köhlern (von rechts) Jörg Reif und Otmar Lauth.

Der Verein „825 Jahre Dodenau“ und der Verkehrs- und Verschönerungsverein in Dodenau wollen den fast vergessenen Beruf vorstellen und organisieren daher die Köhlertage.

Dazu haben sie im Wildgehege einen Köhlerlehrpfad eingerichtet, der die einzelnen Arbeitsschritte vom Buchenholz bis zur Holzkohle darstellt und erklärt. Schulen, Kindergärten und andere Gruppen können sich zur Führung auf dem fünf Stationen umfassenden Lehrpfad anmelden.

Ein Mini-Meiler erläutert außerdem die Aufschichtung der Stämme, über die Stroh und Erde verteilt werden. „Das ist eine Spezalistenarbeit, für die man viel Erfahrung braucht“, sagt Mitorganisator Manfred Glöser.

Aus Baumstämmen wird Holzkohle

Damit das alles nicht nur Theorie bleibt, sondern auch praktisch erlebbar wird, haben die Organisatoren mit Jörg Reif und Otmar Lauth zwei Profis aus dem Hessenpark im Taunus gewinnen können, die zusammen mit mehreren „Hilfsköhlern“ aus Dodenau einen großen Meiler mit rund sieben Metern Durchmesser aufgebaut haben. Am Samstag, 8. Juni, um 10.30 Uhr wird dieser Meiler angezündet und muss bis zur Fertigstellung der Holzkohle etwa drei Wochen kontrolliert brennen.

In dieser Zeit ist es notwendig, dass rund um die Uhr Köhler vor Ort sind, um die Luftzufuhr zu regeln. „Wir wollen ja Holzkohle und nicht Asche bekommen“, erklärt Otmar Lauth. Eine Köhlerhütte wurde als Unterkunft während der Brenndauer des Meilers errichtet und soll langfristig als Infohäuschen dienen.

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PDF der Sonderseite Köhlertage Dodenau

Die Öffnung des Meilers findet am Samstag, 29. Juni, um 10 Uhr statt. Die Feuerwehr wird sich mit historischem Löschgerät daran beteiligen. Bezugsscheine für die Dodenauer Holzkohle zum Preis von 15 Euro für zehn Kilogramm können bei den Veranstaltungen erworben werden. Ab dem 6. Juli wird die Kohle säckeweise abgegeben.

Während der drei Wochen, die der Verkohlungsprozess dauert, sind an den Wochenenden eine Reihe von Veranstaltungen für Jung und Alt geplant. Neben Musik, Spiel und Spaß und jeder Menge Information kommen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz. Die Vereine der Nachbarorte beteiligen sich am Festprogramm.

Das Projekt wurde finanziell unterstützt von der Region Burgwald-Ederbergland, dem Land Hessen und der Stadt Battenberg. Von dieser Seite flossen 13 500 Euro. Der EWF-Fond und die Sparkassen-Stiftung Battenberg steuerten jeweils 1000 Euro bei. Bürgermeister Heinfried Horsel lobte die Dodenauer für ihr großes Engagement: „Euch gehen die Ideen einfach nicht aus“, freute er sich.

Hintergrund

Das Köhlerhandwerk war in der hiesigen, waldreichen Region bis in das 19. Jahrhundert ein wesentlicher Wirtschaftszweig, der wichtige Grundlagen für die Industrialisierung legte. Eisenindustrie und Glashütten brauchten Kohle als Energieträger für ihre Produktion und auch die Feuer in den Essen der Dorfschmieden wurden mit Holzkohle beheizt. Überhaupt war die Metallverarbeitung früherer Zeiten immer auf Holzkohle angewiesen. Auch zum Filtern von Wasser und für die Herstellung von Schießpulver war Holzkohle notwendig. (zkg)

Partner dieser Sonderveröffentlichung

Quelle: HNA

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