Ortsbeirat hatte Einwohner zwei Tage um Meinung befragt

Bottendorf: Bürger stimmten gegen Silo

Spannender Moment: Am Samstagmittag werteten die Bottendorfer Ortsbeiratsmitglieder (von links) Christa Scholl, Benjamin Lindemann, Jens Jesberg und Stefan Schäfer die grünen Befragungsbögen aus. Von 1608 Bürgern hatten sich nur 261 an der Meinungsbefragung beteiligt. Fotos:  zve

Bottendorf. Es sollte eine Entscheidungshilfe für den Bottendorfer Ortsbeirat sein, auch wenn die Hessische Gemeindeordnung eine solche Bürgerbefragung nicht offiziell vorsieht: An zwei Tagen konnten die Bottendorfer Bürger jeweils drei Stunden lang für oder gegen das Projekt „Errichtung von Silo- und Lagerhallen“ des Bodenverbandes und der örtlichen Landwirte im Bereich „Winterstrauch“ stimmen.

Von 1608 wahlberechtigten Bürgern kamen zwar nur 261, aber von ihnen votierte die Mehrzahl 151 mit Nein. Mit Ja stimmten 108, zwei Stimmzettel waren ungültig. Unter den Beobachtern der öffentlichen Auszählung am Samstagmittag waren auch Mitglieder des Burgwalder Gemeindevorstandes mit Bürgermeister Lothar Koch, die jedoch das Ergebnis noch nicht kommentieren wollten.

Deutliche Enttäuschung äußerte hingegen Heinz Klem, Vorsitzender der Gemeindevertretung und ehemaliger Bottendorfer Ortsvorsteher: „Mit dem neu gefundenen Standort für das geplante Silo- und Hackschnitzellager am Winterstrauch gegenüber der Bundeswehrkaserne war das Projekt zwar noch in Sichtweite der Bürger, aber es stellte dort überhaupt keine Geruchsbeeinträchtigung des Dorfes mehr dar.“

Nachdem der zunächst vorgeschlagene Standort in der Nähe des Maschinenschuppens am Gemeindeverbindungsweg zur K 117 kontrovers diskutiert worden war (HNA berichtete), kam die Alternative Winterstrauch ins Gespräch. Mit Beifall wurde in einer Bürgerversammlung der Vorschlag aufgenommen, die Meinungsbildung durch eine Bürgerbefragung auf eine breitere Basis zu stellen.

Auch wenn er das Ergebnis nicht spontan kommentieren wollte, zeigte sich Ortsvorsteher Stefan Schäfer „enttäuscht über die sehr geringe Wahlbeteiligung“. Ein anwesender Landwirt bedauerte das Abstimmungsergebnis aus Sicht der an dem Projekt hoch interessierten Berufskollegen. „Wir werden in unserer nächsten Ortsbeiratssitzung dieses Meinungsbild beraten und dann der Gemeindevertretung eine Empfehlung geben. Die letzte Entscheidung liegt aber nach wie vor beim Gemeindeparlament“, sagte Ortsvorsteher Schäfer. (zve)

Quelle: HNA

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