Keine "echte Wahl" in Battenberg?

Bürgerlisten ohne eigenen Kandidaten

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Battenberg - Die drei Bürgerlisten im Battenberger Stadtparlament stellen keinen eigenen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters auf – sie konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Während Battenberger und Dodenauer einen eigenen Kandidaten benennen wollten, sprach sich die Bürgerliste Laisa/Frohnhausen/Berghofen dagegen aus.

Der amtierende Bürgermeister Heinfried Horsel hatte bereits im vergangenen Jahr bekannt gegeben, dass er keine weitere Amtszeit anstrebt. Bisher haben drei Männer ihre Kandidatur angekündigt: Reiner Arnold aus Berghofen und Torsten Knoll aus Bad Arolsen wollen als unabhängige Bewerber ins Rennen gehen, Christian Klein (CDU) wird von CDU, SPD und FDP unterstützt. Die drei Battenberger Bürgerlisten hatten im Dezember gemeinsam eine Anzeige geschaltet und über eine Internetplattform einen geeigneten Kandidaten gesucht. „Es haben sich acht Kandidaten gemeldet“, teilte Günter Wack mit. Vier der Bewerber – drei Männer und eine Frau – hatten die Bürgerlisten vergangene Woche zu einer Vorstellungsrunde eingeladen. Außerdem war laut Wack auch Christian Klein eingeladen.

„Durchweg alle Kandidaten hatten ein sehr hohes fachliches Niveau und wären in der Lage gewesen, zu kandidieren“, sagte Wack. „Es wäre möglich gewesen, seitens der Bürgerlisten einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl zu stellen – letztlich sind aber dann die Bemühungen an einer Bürgerliste gescheitert.“ Wack erklärt weiter: „Wir als Bürgerliste Battenberg bedauern dies sehr, sehen uns aber auch nicht in der Lage, ohne Unterstützung aus den Stadtteilen einen Kandidaten ins Rennen zu schicken.“ Er kündigte an, dass die Battenberger Bürgerliste keine Empfehlung für die Wahl abgeben werde und sich im Wahlkampf neutral verhalten wolle. „Wir finden es schade für den Bürger. Eine ‚echte Wahl‘ wird wohl nicht stattfinden“, sagte Wack.Er glaubt, dass die neue „große Koalition“ von CDU, SPD und FDP – ein Novum in der Battenberger Politikgeschichte – die Arbeit im Parlament „mit Sicherheit nicht erleichtern wird“. Diese Entwicklung bezeichnet der Fraktionsvorsitzende der Battenberger Bürgerliste als eine vergebene Chance. „Zumal in Battenberg in den vergangenen Jahren gerade mit Kandidaten, die von außerhalb kamen und parteiunabhängig waren, trotz der angespannten Finanzlage erfolgreich gearbeitet wurde.“ Wolfgang Stein bestätigte Wacks Aussage, die Bürgerlisten hätten sich nach geeigneten Kandidaten ungesehen. „Man wollte dem Bürger eine echte Wahlalternative vorstellen.“ Die Dodenauer Mandatsträger hätten sich auf einen möglichen Kandidaten einigen können, „der Erfahrung im Verwaltungsbereich vorzuweisen hatte, kompetent und sachlich wirkte und fachlich gut vorbereitet war“, sagte Stein.

Die Dodenauer hätten die Frage erörtert, ob der Kandidat besser sei „als die Alternative der CDU, SPD und FDP“. Es ahbe unterschiedliche Meinungen gegeben, letztlich sei aber beschlossen worden, den Kandidaten vorzuschlagen, „um dem Bürger eine gute Wahlalternative bieten zu können“. Bedingung: Das sollte nur in Zusammenarbeit mit allen Bürgerlisten erfolgen.

Die Bürgerliste Laisa/Frohnhausen/Berghofen habe „nach ausführlicher Diskussion innerhalb unserer Liste“ entschieden, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen und sich neutral zu verhalten, teilte der Fraktionsvorsitzende Robert Paulus gegenüber der FZ mit. „Wir hoffen auf einen fairen Wahlkampf und wünschen dem neuen Bürgermeister viel Erfolg zum Wohle der Bürger der Stadt Battenberg.“

Die Bewerbungsfrist endet am 20. März, die Wahl findet am 25. Mai statt. Sollte eine Stichwahl notwendig werden, ist dafür der 8. August vorgesehen. (da)

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