Bürgermeisterkandidat Dieter Kocab fühlt sich nicht zu alt für eine neue Aufgabe

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Bewirbt sich als parteiloser Kandidat für das Bürgermeisteramt in Battenberg: Dieter Kocab, hier mit einer selbst gezeichneten Federzeichnung und seinem Jagdhund Xerxes. Foto: Hoffmeister

Battenberg. „Schauen Sie sich mal den Kurt Biebighäuser an. Der wird dieses Jahr 75 und ist topfit", sagt Dieter Kocab auf die Frage, ob er mit 65 Jahren nicht zu alt für das Battenberger Bürgermeisteramt sei.

Wie 65 fühle er sich nicht. „Das ist nur eine Zahl“, sagt Kocab. „Meine Großmutter ist 104 Jahre alt geworden.“

Die Bürgermeisterwahl in Battenberg findet am Sonntag, 25. Mai, statt, eine mögliche Stichwahl am Pfingstsonntag, 8. Juni. Am Montag, 12. Mai, veranstaltet die HNA ab 19 Uhr in der Burgberghalle in Battenberg ein öffentliches Wahlforum mit den drei Kandidaten Reiner Arnold, Christian Klein und Dieter Kocab. Dann stellen sich die Bewerber den Fragen der Redaktion, auch die Zuschauer im Publikum können Fragen stellen. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind eingeladen.

In Salzgitter geboren, kam Kocab über den beruflichen Wechsel seines Vaters zu Viessmann ins Obere Edertal, machte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und qualifizierte sich weiter zum Industriemeister und wurde schließlich ein international anerkannter Schweißexperte und Manager. Bei der Firma ewm in Mündersbach ist er als Assistent der Geschäftsleitung für Forschung und Entwicklung zuständig.

„Ich bin hier aufgewachsen. Meine Familie und meine Freunde sind hier“, sagt Dieter Kocab. Auf der Zielgeraden seiner beruflichen Tätigkeit wolle er „gern einen Teil zurückgeben und einen Beitrag leisten“ für die Stadt Battenberg.

Schon etwas ungewöhnlich, wie Kocab das Thema Bürgermeisterwahl angegangen ist: „Erstmal habe ich alle Kindergärten besucht“, erzählt er und berichtet mit glänzenden Augen, wie er den Jungen und Mädchen Papierflieger gebaut hat. Zweites Thema waren ältere Menschen. Im DRK-Seniorenzentrum habe er „tolle Gespräche geführt“, lautet seine Bilanz. Sein eigentliches Thema aber ist die Wirtschaft. Anreize müsse man schaffen für neue Unternehmen, junge Familien in die Stadt holen, bestehendes Gewerbe der Öffentlichkeit präsentieren und über Stadt- und Ortsteilgrenzen viel enger zusammenarbeiten, sagt der Kandidat.

Mit dem Bürger-Bus für Senioren und einer besonders fortschrittlich vernetzten Energieverbund hat er ein paar pfiffige Ideen im Köcher.

Als junger Mensch habe er Musik gemacht und sich damit sein Taschengeld aufgebessert, erzählt Kocab auf der Terrasse seines Hauses. Der Gitarrist Eric Clapton ist sein Lieblingsmusiker. Mit Leidenschaft habe er auch Fußball gespielt und als Fußballtrainer gearbeitet. Weiterhin ist er Mitglied der Jägervereinigung Frankenberg und Fischereischein-Inhaber.

In Sachen Demografie müsse Battenberg „eine gewisse Durststrecke“ überstehen, glaubt Kocab. Denn: Von der absehbar negativen Entwicklung durch Überalterung in den Städten „werden die Dörfer profitieren“. Battenberg sei attraktiv, ein sicherer Wirtschaftstandort mit guter Infrastruktur. Allerdings gebe es in der Kernstadt keine Übernachtungsmöglichkeit mehr.

„Meine Chancen sind nicht schlecht“, sagt Dieter Kocab. Auf einen Tipp zum Wahlausgang möchte er sich jedoch nicht einlassen: „Wenn es schlecht läuft, gibt es eine Stichwahl.“

Seine Unterstützungsunterschriften hat Kocab „alle selbst geholt“. So soll auch der weitere Wahlkampf aussehen. Viele gute Gespräche habe er bereits geführt, sagt der parteilose Kandidat. Bis zum 25. Mai will er „an jeder Haustür klingeln“.

Quelle: HNA

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