Bundeschorleiter Wenzel: „Den Gesang zu den Menschen bringen"

Frauenchor Harmonie: Schon seit 1986 dirigiert Karl-Heinz Wenzel den Frankenberger Frauenchor. Zuletzt trat er mit dem Chor in der Ederberglandhalle auf, beim Chorfestival ist die Harmonie um 16 Uhr in der Liebfrauenkirche und um 17 Uhr in der unteren Fußgängerzone zu hören. Fotos: mjx

Frankenberg. In Frankenberg findet am Samstag, 13. September, ein bislang einmaliges Ereignis statt: Das Frankenberger Chorfestival mit Chören aus den Sängerkreisen Edertal und Oberes Edertal. Anlass ist das 175-jährige Bestehen des Mitteldeutschen Sängerbundes. Wir sprachen darüber mit dem Bundeschorleiter Karl-Heinz Wenzel.

Herr Wenzel, am Samstag findet das erste Frankenberger Chorfestival mit 33 Chören aus zwei Sängerkreisen statt. Es wird an sechs Standorten gesungen. Haben Sie ein Chorfestival in dieser Größenordnung schon einmal erlebt?

Karl-Heinz Wenzel: Der Sängerkreis Edertal hat bereits vor einigen Jahren eine Art Chorfestival auf dem Obermarkt in Frankenberg veranstaltet. Daraus ist auch die Idee für das jetzige Festival entstanden, auch in Anlehnung an eine ähnliche Veranstaltung im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe. Ganz davon abgesehen, dass ich in meiner Eigenschaft als Bundeschorleiter des Mitteldeutschen Sängerbunds schon einige Volkslieder-Festivals wie in Fritzlar organisiert habe. Aber für unsere Region ist das so schon toll.

Rund 1000 Sängerinnen und Sänger werden mitwirken. Steigt da die Spannung, steigt der Adreaninspiegel, wird ganz besonders geübt? 

Karl-Heinz Wenzel: Eine gewisse Anspannung ist immer da, vor allem wünschen wir uns auszuhaltendes Wetter. Die Vorbereitung der Chöre auf ihre Auftritte erfolgt mit den Chorleitern, jeder Chor wird sicher daran interessiert sein, sich bestmöglich zu präsentieren. Wir haben ein gut abgestimmtes Team aus Chorleitern und Vorständen, die gut ineinander greifen, allen voran Horst Werner Bremmer und Cornelia Scheerer.

Das Chorfestival steht unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“. Welche Intention steht hinter diesem Motto?

Karl-Heinz Wenzel: Zu den Intentionen gehört sicher der Spruch „Tue Gutes und berichte darüber, oder zeige es“. Ich bin davon überzeugt, dass gerade die Chöre einen solchen Eventcharakter gut gebrauchen können, um auf sich aufmerksam zu machen. Wir wollen auf jeden Fall die Chance nutzen, um für das Singen im Chor zu werben, denn bundesweit kann man gerade im Bereich der Jugendchöre tolle Entdeckungen machen die zeigen, dass Jugendliche doch singen wollen. Man muss sie nur mit entsprechender Literatur dort abholen wo sie sind. Sprich: mehr Neues bieten!

Gleichzeitig mit dem Chorfestival findet in Frankenberg auch der Familienaktionstag statt. Beide Veranstaltungen wurden bewusst zusammengelegt. Was erwarten sie persönlich von dieser Konstellation und speziell von dem Chorfestival? 

Karl-Heinz Wenzel: Wir sind sehr froh, dass es mit der Zusammenlegung der beiden Veranstaltungen geklappt hat. Hilfreich war hier zunächst der Kontakt mit dem Kaufmännischen Verein. Zu den Erwartungen: Oft klagen unsere Chöre darüber, dass bei Freundschaftssingen oder Liederabenden kaum Zuhörer kommen und die Sänger quasi unter sich bleiben. Mit dieser Veranstaltung gehen wir eben mit unseren Vorträgen zu den Menschen, um ihnen zu zeigen, wie sehr uns das gemeinsame Singen Spaß macht. Zudem ist es denkbar, in angemessenem Abstand vielleicht ein weiteres Chorfestival zu organisieren.

Im Klostergarten werden sich auch Projektchöre präsentieren, zum Teil auch gemischte Chorgruppen. Wohin geht der Chorgesang Ihrer Meinung nach? 

Karl-Heinz Wenzel: Diese Chorgruppen oder Projektchöre sind eigens für diese Veranstaltung, auch unter dem Motto 175 Jahre Mitteldeutscher Sängerbund, ins Leben gerufen worden. Ob und wie diese Gruppen auch in Zukunft weiter bestehen, vermag ich so nicht zu sagen. Es bot sich damit einigen Leuten, die vorher noch nicht in einem Chor gesungen haben, die Möglichkeit zum Reinschnuppern. (mjx)

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Quelle: HNA

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