Den „Schütteglowes“ durchs Dorf getrieben

Burschenschaft des Burgwalddorfes lässt alten Silvesterbrauch wieder aufleben

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Burgwald - Birkenbringhausen - „Schütteglowes“ – so nennen die Burschen ihre Strohfigur schon seit Jahrhunderten. Am Silvesterabend zogen sie mit ihm wieder durch das Burgwalddorf.

Die furchterregende Gestalt wird nur aus Stroh und Seilen gebunden. Traditionsgemäß wird sie an Silvester von den Burschen durch die Straßen des Dorfes getrieben. Doch am Anfang stehen die Vorbereitungen. Bereits gegen Mittag beginnen die Burschen mit der Arbeit, damit der „Schütte“ abends fertig ist. Seinen Namen hat der Strohmann vom Schüttestroh, das besonders lang ist und sich daher gut zusammenbinden lässt. Gekonnt drehen die Burschen das Stroh und setzen in Abständen von wenigen Zentimetern Knoten aus Strohseilen. So entstehen gut 15 bis 20 Zentimeter dicke und viele Meter lange Würste, die dann um den Körper eines der jungen Männer geschlungen und wieder mit Strohseilen befestigt werden. Fast das ganze Gewicht des Strohs lastet dann auf den Schultern, denn dort werden die Würste wie mit einem Hosenträger befestigt. Trotz des Gewichts der "Strohwürste" und der Hitze unter dem Stroh muss der "Schütte" noch sportlich sein: „Schütte, tanz!“ So rufen die Einwohner, wenn der Strohmann, in Ketten gebunden, vor ihnen steht. Denn das ist der eigentliche Brauch. Mit Peitschenknallen und Glockengeläut treiben die Burschen das in Ketten gelegte, laut brüllende Ungetüm durch die Straßen. Sie zeigen damit allen Einwohnern symbolisch, dass sie „das Böse“ gefangen haben und nun das neue Jahr gut und entspannt anfangen kann. Dafür spenden die Einwohner einen kleinen Betrag, der noch am Silvesterabend von den Burschen für eine kleine Feier genutzt wird.Das besondere Geheimnis bleibt für die Bevölkerung oftmals und zumindest am Silvesterabend, wer tatsächlich in dem Strohkostüm steckt. In diesem Jahr war es Jannik Küthe.

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