Protest findet Gehör

Chancen für Frankenberger Tegut-Markt wachsen

+
Ob Tegut in Frankenberg bleibt, ist weiter ungewiss. Doch Bürgermeister Rüdiger Heß sieht steigende Chancen.

Frankenberg - Die Sorgen der Frankenberger vor dem Tegut-Aus scheinen den Blick der Zentrale in Fulda an die Eder gelenkt zu haben: Laut Bürgermeister Heß besteht dort weiterhin Interesse an Frankenberg.

Engagement zahlt sich aus - wie genau, muss sich allerdings noch zeigen. Nach dem Bekanntwerden der Pläne von Tegut, sich aus dem Frankenberger Markt zurückzuziehen, kam rasch Protest auf in der Bevölkerung. Zwar kamen nur gut 70 Kunden und Unterstützer zu einer kleinen Demonstration vor dem Markt. Doch mehr als 1000 Frankenberger unterschrieben gegen das Aus, eine Facebook-Seite hat knapp 1200 Unterstützer, Kunden schrieben an den Kundenrat, andere direkt an das Unternehmen.

Am Mittwoch traf sich Bürgermeister Heß mit Alexander Wilhelm, als Expansionsleiter bei tegut zuständig für Bau und Immobilien. „Er war überwältigt“, berichtete Heß den Stadtverordneten während der Sitzung des Parlaments. Noch nie habe das Unternehmen nach dem Beschluss, sich aus einem Markt zurückzuziehen, so eine große Welle der Solidarität erhalten. Heß erklärte, dass er dem Tegut-Manager die Details der Frankenberger Liste erläutert habe - und dass diese einem Neubau nicht im Weg stünden.

Tegut hatte schon im ersten Gespräch mit der Frankenberger Zeitung erklärt, ein Interesse am Standort zu sehen - nicht aber an dem überalterten Markt, in dem das Geschäft bislang untergebracht ist. Ein Neubau komme wegen der Frankenberger Liste, die nur Neuansiedlungen bis 800 Quadratmeter ermöglicht, nicht in Betracht. „Das ist nicht richtig“, wiederholte Heß vor den Stadtverordneten. Tegut genieße Bestandsschutz und könne am derzeitigen Standort mit einer Genehmigung für 1500 bis 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche rechnen. Das habe er Alexander Wilhelm auch erläutert.

Entwarnung gäbe es jedoch noch nicht: Ein klares Signal zum Verbleib am Standort habe Alexander Wilhelm ihm im Laufe des Gesprächs nicht gegeben. „Aber das hat Tegut schon berührt“, sagte Rüdiger Heß mit Blick auf das Engagement der Bürger.

Schwierig für einen Neubau am bestehenden Standort ist die komplizierte Eigentümerverteilung. Laut Tegut sei mit den Eigentümern über eine umfassende Sanierung des Marktes gesprochen worden - was jedoch Seitens der Eigentümerfamilie abgelehnt wurde. Deshalb hat das Fuldaer Unternehmen bislang vor, den Mietvertrag nach dem 1. November auslaufen zu lassen. Für die Mitarbeiter soll es das Angebot geben, in nahen Märkten wie Wildungen, Gemünden oder Marburg zu arbeiten. Kunden wurden im persönlichen Gespräch auch nach Löhlbach verwiesen.

Weder die Tegut-Pressestelle noch Expansionsleiter Alexander Wilhelm standen am Freitag für ein Gespräch mit der Frankenberger Zeitung zur Verfügung. (gl)

Kommentare