Großübung aller Feuerwehren der Gemeinde Burgwald auf dem Gelände der Firma Osborn

Chemikalien sorgten für Gefahr

Dekontamination: Nach erfolgreichem Gefahrengut-Einsatz werden die Chemikalienschutzanzüge mit Wasser abgespritzt.

Burgwald. Sirenen heulten durch die Orte der Großgemeinde Burgwald. Am Samstagnachmittag um 16.03 Uhr war bei der Leitstelle Waldeck-Frankenberg ein Notruf eingegangen: Bei der Firma Osborn in Burgwald ist es bei Verladearbeiten zu einer Verpuffung gekommen, Chemikalien sind ausgelaufen, die Lagerhalle ist voller Rauch. Und: Es sind noch Personen im Lager.

Schon sieben Minuten später ist die Feuerwehr Burgwald vor Ort. Wehrführer Francisco Ayora Escandell macht sich ein Bild der Lage und übernimmt die Leitung des Einsatzes. Bürgermeister Lothar Koch, Gemeindebrandinspektor Karl-Heinz Bornscheuer und Hans- Jürgen Kreis von der Firma Osborn beobachten die Situation. Sie sehen ganz zufrieden aus, denn das Szenario ist eine Großübung der Feuerwehren der Großgemeinde Burgwald.

Drehleiter angefordert

Um das hohe Lagergebäude auch von oben sichern zu können, wird die Feuerwehr Frankenberg mit ihrer 30 Meter langen Drehleiter angefordert. Bereits 15 Minuten nach der Alarmierung sind 72 Einsatzkräfte vor Ort, die ersten Verletzten schon aus der verrauchten Lagerhalle gerettet. Einsatzkräfte der Feuerwehr Ernsthausen, die in ihrem Fahrzeug über Zusatzausrüstung Gefahrgut verfügt, rücken in Chemikalienschutzanzügen gegen einen Lastwagen vor, auf dem sich das ausgelaufene Gefahrgut befindet und füllt es in Sicherheitsbehälter um. Die Feuerwehr Wiesenfeld sichert den Gefahrgut-Trupp der Ernsthäuser. Die Wehren aus Burgwald und Bottendorf durchsuchen unter schwerem Atemschutz den Gebäudekomplex und finden alle vermissten Personen. Die Wehr aus Birkenbringhausen stellt die Wasserversorgung der Frankenberger Drehleiter sicher. Durch die Größe der Einsatzstelle nutzen fast alle Wehren ihr komplettes Schlauchmaterial.

Nach knapp einer Stunde heißt es dann: Übung beendet, abrücken ins Feuerwehrgerätehaus. Bürgermeister Lothar Koch stellte fest, dass die Wasserversorgung im Ortsteil Burgwald, trotz der hohen Entnahme, stabil war und bedankte sich bei der Feuerwehr Frankenberg. Die interkommunale Zusammenarbeit der Feuerwehren habe sich einmal mehr bewährt. „Nur durch die Männer und Frauen, die ihre Freizeit zum Wohl der Allgemeinheit und der Sicherheit opfern ist der Brand- und Katastrophenschutz gewährleistet“, erklärte Koch weiter.

Kritik an Funkdisziplin

Auch Gemeindebrandinspektor Karl-Heinz Bornscheuer fand lobende Worte für die gute Zusammenarbeit der Wehren. Aber es gab auch einige Kritikpunkte: So war die Funkdisziplin nicht immer optimal. Bornscheuer weiter: „Einsatzleiter Franciso Ayora Escandell hat seine Aufgabe sehr gut bewältigt. Aber er stand ziemlich allein da.“

Fehlender Einsatzstab

Schon bei der Großübung in Birkenbringhausen wurde die Bildung eines Einsatzstabes vermisst, um effektiver arbeiten zu können. Der Einsatzstab fehlt auch dieses Mal. „Hier haben wir deutlich dran zu arbeiten“ sagte Bornscheuer. Bei einem deftigen Essen und kühlen Getränken fachsimpelten dann die Feuerwehrfrauen- und -männer noch ausgiebig über die abgelaufene Übung der Gemeinde Burgwald.

Von Olaf Dudek

Quelle: HNA

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