Reformationsgottesdienst in der Liebfrauenkirche mit Gästen aus Manningtree

Chöre sorgen für musikalischen Genuss

In höchster Brillanz: Der große „Doppelchor“ bestehend aus Kantorei und Stour Choral Society begeistert die ergriffen lauschenden Gottesdienstbesucher in der Liebfrauenkirche.Foto: Himmelmann

Frankenberg - Die Stour Choral Society aus Manningtree und die Frankenberger Kantorei haben in der Liebfrauenkirche am Freitag einen besonderen Gottesdienst zum Reformationstag gestaltet.

Zweisprachig geht es an vielen Stellen an diesem Abend zu. So können die Gottesdienstbesucher die Lesung in englisch und in deutsch hören. Auch das wohl bekannteste Reformationslied aus der Feder von Martin Luther „Ein feste Burg ist unser Gott“ steht zweisprachig auf den Liedblättern. Die Gäste aus Manningtree haben sich jedoch gut vorbereitet: Sie alle singen den deutschen Text.

„Das lebendige Wort Gottes will nicht nur gesagt, sondern auch gesungen werden“, ruft Pfarrer Horst Schiffner den 200 Besuchern zu. Mit den festlichen Klängen des „O, Thou the central orb“ des irischen Komponisten Charles Wood (1866-1926) eröffnet die Stour Choral Society unter Leitung von Duncan Archard den Gottesdienst. Ein besonderer Höhepunkt ist der gemeinsame Auftritt beider Ensembles. Jeweils für zwei vierstimmige Chöre gesetzt sind die nächsten Werke. Stimmgewaltig im Fortissimo, klangvoll und stark in ruhigen Passagen, erhebt sich die Vertonung des 100. Psalms „Jauchzet dem Herrn“, von Heinrich Schütz (1585-1672) in den Kirchenraum.

Den Lesungstext aus Jesaja 6, 1-4 greift die Vertonung „I saw the Lord“ des englischen Romantikers John Stainer (1840-1901) auf. Dabei zeigen die Chöre erneut ihr hohes Können. Etwa bei den Passagen mit „Echowirkung“, die einen spannenden Effekt erzeugen, den achtstimmigen Teilen und dem fulminanten Akkord am Ende, dessen großer Ton lange im Kirchenschiff nachhallt.

A capella schließt die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes. Die Kantorei unter Leitung von Daniel Gárdonyi glänzt in Camille Saint-Saens (1835-1921) „Lobsinget Gott, dem Herrn“.

„Ich habe mich gefühlt wie im Himmel, es war wie Weihnachten“, schwärmt Besucherin Ursula Westhauser aus Frankenberg und die Freude über das Gehörte spiegelt sich in ihren strahlenden Gesicht wieder.

„Martin Luther, Jesaja und Paulus können nicht zum Alltag übergehen, nachdem was sie erlebt haben“, stellte zuvor Pfarrer Horst Schiffner in seiner Predigt fest. Sie mahnten das Volk zur Umkehr und Hinwendung zu Gott, so Schiffner und weiter: „Martin Luther hat die Erfahrung gemacht, dass seine Worte eine starke Dynamik entwickelt haben, er hat stets darauf vertraut, dass sie ihm von Gott gegeben wurden.“

Seit 1971 besteht die Partnerschaft zwischen Frankenberg und der küstennahen, kleinen Stadt Manningtree in der Grafschaft Essex. Die Verbindung der beiden Chöre existiert seit 1977. (ghm)

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