Christbäume: Erst bewundert, dann landen sie auf der Straße

Abtransport: Die Mitglieder der Viermündener Jugendfeuerwehr hatten Spaß beim Einsammeln der Christbäume. Fotos: Battefeld

Viermünden. Die Jugendwehr Viermünden entsorgt die ausgedienten Christbäume.

An Weihnachten ist die Freude über den Christbaum groß. Doch wenn das Fest vorbei ist und die Nadeln abfallen, muss das Bäumchen raus. Gut, dass beim Einsammeln die Jugendwehren aktiv werden. In Viermünden haben wir den letzten Weg des Christbäumchens begleitet - vom Abschmücken bis zum Abtransport.

Das Abschmücken 

Abschmücken: Emily nimmt die Kugeln am Weihnachtsbaum ihrer Oma wieder ab.

Vorsichtig räumt Emily die Glaskugeln in den mit Plastikeinlagen ausgestatteten Pappkarton, der auf dem Wohnzimmertisch steht. Nach und nach hängt sie die Fröbelsterne ab, nimmt die elektrische Lichterkette von den Zweigen und zum Schluss gibt sie ihrer Oma die Wachskerzen, die noch in voller Größe in den Halterungen gesteckt hatten. „Die haben wir dieses Jahr gar nicht angezündet. Haben wir ganz vergessen“, sagt Marianne Battefeld lachend, während sie den Baumschmuck verstaut, um ihn wieder in den Keller zu räumen.

„So, alles fertig“, sagt sie zufrieden und lobt ihre Enkelin: „Das hast du gut gemacht. Jetzt schrauben wir noch den Christbaumständer ab und stellen den Weihnachtsbaum raus an die Straße.“

Das Raustragen 

Raustragen: Kurt Battefeld entsorgt den Baum durch den Garten.

Ehemann Kurt, der den Baum am Tag vor Heiligabend im Wohnzimmer aufgestellt hatte, löst die Schrauben am Ständer und trägt die Nordmanntanne durch die Terrassentür raus. Unweit der Haustür liegen schon mehrere Bäume, die - lose zu einem Haufen aufgeschichtet - darauf warten, entsorgt zu werden.

Das Abholen 

Aufstapeln: Till Paulus hat alle Hände voll zu tun beim Beladen des Anhängers.

Wie in vielen anderen Orten im Frankenberger Land, werden die Weihnachtsbäume auch in Viermünden von der Feuerwehr abgeholt. Mit zwei Schleppern samt Anhängern und rund 20 freiwilligen Helfern fahren die Feuerwehrkameraden durchs Dorf und werfen die Tannen auf den Ladewagen. Darunter ist auch der Baum von Marianne und Kurt Battefeld, den Enkelin Emily Tags zuvor erst abgeschmückt hatte.

Wegräumen: Stefan Fleck schleppt den Weihnachtsbaum vom Straßenrand zum Wagen.

Beim Einsammeln ist die elfjährige Edertalschülerin heute auch dabei: Sie ist vor einem Jahr von den Bambinis zur Jugendfeuerwehr gewechselt und packt kräftig mit an. Dabei müssen die Jugendlichen ganz schön aufpassen, dass ihnen die Bäume nicht wegfliegen, denn es fegt gerade ein kräftiger Wind durch die Straßen. Nach rund zwei Stunden haben sie es geschafft: Alle Bäume sind auf einen großen Ladewagen gestapelt und werden in einer Scheune deponiert.

Und das Ende?

„Die holen wir erst wieder raus, wenn wir das Osterfeuer aufstapeln“, kündigt Jörg Paulus an. Am Ostersamstag bei Einbruch der Dunkelheit kommen die Bäume noch einmal zu Ehren, wenn die Feuerwehrkameraden den Haufen entzünden und die trockenen Tannen auf dem Osterfeuer knisternd Funken sprühen. Dann können Kurt und Marianne Battefeld ihren Baum zum letzten Mal brennen sehen - dieses Mal aber richtig.

Von Susanna Battefeld 

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Quelle: HNA

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