Geschäftsführer der Edersee-Touristic über den Pegel und das Atlantis

Im Interview: Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee-Touristic GmbH sprach auch über die aktuelle Feriensaison. Foto: Daum

Edersee. Wasserstand, Wetter, Vermarktung der Sehenswürdigkeiten: Um Touristen an den Edersee zu locken, spielen viele Faktoren eine Rolle.

Einige kann man beeinflussen, andere nicht. Unsere Zeitung sprach mit Claus Günther, dem Geschäftsführer der Edersee-Touristic GmbH, über die aktuelle Feriensaison und künftige Vermarktungsstrategien.

Herr Günther, kürzlich haben wir berichtet, dass der Oberweser-Pegel wegen gefährlicher Grundberührungen der Schiffe von 1,20 auf 1,27 Meter angehoben wurde. Der Edersee versorgt die Weser mit Wasser. Was bedeutet das Heraufsetzen des Pegels für den Tourismus am Edersee? 

Claus Günther: Wenn der Oberweser-Pegel erhöht wird, steht im Edersee nicht zwangsläufig zu wenig Wasser für beliebte Bade- und Freizeitaktivitäten zu Verfügung. Ganz so pauschal kann man das nicht sagen. Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die in der Gesamtheit allerdings ein Problem für den Edersee-Tourismus darstellen können. Wenn sich zum Heraufsetzen des Oberweser-Pegels auch noch eine Trockenperiode gesellt, sieht die Situation schon schwieriger aus. Dann könnte es zu Einschränkungen bei den Bade-, Segel- oder Bootfahraktivitäten auf dem Edersee kommen.

Dieses Jahr lag der Edersee-Pegel bislang verhältnismäßig hoch. Wie fällt die Tourismus-Bilanz der Sommer- und vor allem der demnächst endenden Feriensaison aus? 

Günther: Wir haben, was die Übernachtungsgäste betrifft, viele positive Rückmeldungen aus den Beherbergungsbetrieben. Der Deutschland-Tourismus, der sich in den vergangenen Jahren eher auf Großstädte konzentriert hat, schwappt nun auch auf ländliche Regionen über. Der Edersee wurde schon immer gut vermarktet, doch er profitiert jetzt auch von diesem Wandel beim Deutschland-Tourismus. Was den Edersee-Pegel angeht, ist dieses Jahr eine Trockenperiode wie 2015 ausgeblieben. Ab Mai war Vollstau und durch die Regenfälle im Juni wurde wenig Wasser für die Weser benötigt – das war – wenn das Wetter mitgespielt hat – natürlich positiv für den Bade- und Freizeittourismus am Edersee.

Wie fällt die Bilanz beim Tagestourismus aus? 

Günther: Da gab es vor allem im verregneten Juni und teilweise auch im Juli Einbußen. Ich habe vor Kurzem noch mit einem Gastronomen gesprochen. Der sagte zu mir, dass die Sommersaison eigentlich jetzt erst richtig beginne.

Edersee-Atlantis war in der Trockenperiode 2015 eine riesige Touristenattraktion. Welche Überlegungen es gibt, diese noch weiter auszubauen und wie die versunkenen Schätze noch attraktiver gemacht werden, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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