Dodenau

Als „Cowboy“ in den Weiten Namibias

- Battenberg-Dodenau (da9. Ende Juni, der Abiturstress ist vorbei. Hendrik Engelhard hat das Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg beendet. Die Kumpels fahren nach Ungarn. Doch für Hendrik Engelhard stand fest: „Ich wollte was Außergewöhnliches machen.“

So flog er vier Tage nach der Abschluss
feier nach Namibia, um auf 
einer Rinderfarm zu arbeiten. „Afrika hat mich schon immer interessiert, und Namibia ist gut für Einsteiger“, berichtet der 20-jährige Dodenauer. Der Lebensstandard sei vergleichsweise hoch. Doch „nur“ ein Urlaub sollte es nicht sein: „Ich wollte 
arbeiten, und ich wollte auf 
eine Farm.“

Über Bekannte 
lernte er einen Händler kennen, der Rindfleisch aus Namibia nach Deutschland importiert – und Engelhard bekam die Möglichkeit, zwei Monate auf der Farm mit 500 Rindern 
in Namibia zu arbeiten. „Meine Erwartungen sind übererfüllt worden“, sagt er begeistert. „Ich hatte mit der Familie 
unheimlich Glück“, berichtet er. Hendrik Engelhard lernte Land und Leute kennen – und war schnell mehr als nur Hilfsarbeiter.

Auf dem 7500 Hektar großen Farmland kümmerte er sich um die Instandhaltung und Reparatur der insgesamt 140 Kilometer langen Zäune, versah Rinder mit Ohrmarken und Brandabzeichen – sie sollen unter anderem Diebstahl verhindern. Dabei leitete er den Arbeitertrupp. „Ich habe mich versucht, ins Team einzugliedern. Wir haben uns sehr gut verstanden.“

Den Menschen, die auf der Farm arbeiten, gehe es gut: „Der Vorarbeiter hatte zum Beispiel ein Haus und eigenes Vieh.“ Ställe gibt es nicht, die RInder leben das ganze Jahr draußen und fressen Gras – das Fleisch sei deshalb sehr gut. Gefangen werden sie mit Wasser als Köder: „Man schließt eine Wasserquelle und öffnet sie nach einem Tag wieder – und schon kommen die Tiere.“ Das Rindfleisch wird an Schlachtbetriebe im Land geliefert, die nach Hendriks 
Erwartungen absolut mit europäischen Standarts vergleichbar seien.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 10. September.

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