Damit die Dämme halten: An Hainaer Wohrateichen Wasser abgelassen

Wohrateiche: Aus Gründen des Hochwasserchutzes wurde das Wasser in den Hainaer Wohrateichen erheblich reduziert. In diesem Teilbereich des unteren Teichs ist weitflächig der Boden zu sehen. Foto: Biedenbach

Haina/Kloster. Auf Anordnung der Oberen Wasserbehörde ist der Wasserstand in den Wohrateichen bei Haina erheblich abgesenkt worden. Grund: Verbesserung des Hochwasserschutzes.

Naturschutzfreunde sind bestürzt, Einwohner von Haina reiben sich die Augen: Etwa die Hälfte des Wassers der beiden Wohrateiche am Ortsrand in Richtung Battenhausen ist abgelassen, zum Teil ist der Teichboden zu sehen.

Nun werden in dem Naturschutzgebiet auch Bäume gefällt. Ab heute auch mit einer Seilkrananlage, weshalb die angrenzende Kreisstraße bis Samstag gesperrt ist. Was ist da los?

Die HNA hat Fragen, Antworten und Reaktionen zum Thema zusammengefasst. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen, Eigentümer der Teiche, hat in Absprache mit dem Regierungspräsidium (RP) eine Pressemitteilung dazu herausgegeben.

Warum wurde das Wasser in den beiden Wohrateichen stark reduziert? 

Das hat die Obere Wasserbehörde beim RP veranlasst. Aus „Hochwasserschutzgründen“ hält sie es für nötig. Die Verbesserung der Hochwassersicherheit der Bauwerke erfordere das Absenken der Stauteiche auf einen deutlich niedrigeren Wasserstand, heißt es in der Pressemitteilung. Auch wenn es nicht gesagt wird: Hintergrund dürften die schlimmen Überschwemmung in Süddeutschland sein, bei denen kleine Bäche im Handumdrehen Orte überflutet hatten.

Wie groß wäre die Gefahr für den Ort Haina, wenn die Dämme brechen und das Wasser über die Wohra durch den Ort strömen würde? 

Loch am Teichrand: Eine umgekippt Birke am unteren Wohrateich bei Haina.

Dazu heißt es in der Pressemitteilung nur: „Aufgrund des Gesamtzustandes der Anlage ist laut Regierungspräsidium einzeitnahes Handeln notwendig.“ Wenn man aber von Schätzungen ausgeht, dass der obere Teich gut 100 000 Kubikmeter Wasser und der untere zwischen 50.000 und 80.000 Kubikliter fassen kann, dann wird klar, welche Wasser-und Schlammmengen bei Dammbruch sich durch Haina wälzen würden.

Wie weit wird das Wasser abgesenkt? 

Die unmittelbaren Maßnahmen sehen vor, dass zunächst ein Restteich übrig bleibt.

Nun sollen am Staudamm Bäume gefällt werden. Warum das denn? 

Seit der Ausweisung als Naturschutzgebiet „Wohrateiche bei Haina“ 1986 wurden die Stauteiche überwiegend der natürlichen Entwicklung überlassen. Hierdurch hat sich ein naturnaher Auewald gebildet. Auch die Dämme der Stauteiche haben sich weiter bewaldet. Die Bäume gefährden nun die Sicherheit des Staudamms, heißt es in der Pressemitteilung. Im Klartext: Kippen Bäume, etwa bei Windwurf, um, reißen sie große Lücken in den aufgeweichten Teichrand. Das sieht man derzeit bei einer Birke, die in den unteren Teich gestürzt ist. Mehrere solcher Ereignisse könnten den Damm eventuell einbrechen lassen.

Können die Dämme nicht erneuert werden? Wie verhält es sich mit dem Eingriff in das Naturzschutzgebiet? Was sagt der Bürgermeister zu dem Vorgehen? Antworten auf diese Fragen und weitere Infos zum Thema in der gedruckten Mittwochausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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