Rennertehausen

„Das Dorf ist wunderschön gelegen“

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Birgit Sommer im Dorfmuseum

- Allendorf-Rennertehausen (da). Redakteurin Birgit Sommer sichtete alte Dokumente und Fotos für Fernsehbeitrag über Rennertehausen. Für Spielszenen, die das Dorfleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen, sucht das hr-Fernsehen noch Darsteller.

Eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm dreht das hr-Fernsehen derzeit in Rennertehausen (FZ berichtete). Ziel ist die Darstellung des Lebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der vergangenen Woche drehte das Team Interviews mit den Zeitzeugen Justine Krafthöfer, Louise Jacobi mit 91 Jahren und Konrad Briel. Am Mittwochabend war Redakteurin Birgit Sommer wieder im Dorf – ohne Kamerateam, aber mit Laptop. Im Dorfmuseum scannte sie historische Fotos und Dokumente ein. Walter Sellmann und sein Bruder Heinrich, früherer Ortsvorsteher, steuerten viele Bilder bei. Walter Sellmann präsentierte unter anderem eine jahrhundertealte Bibel. Die Dokumente und Fotos sollen ergänzend zu den Erzählungen der Senioren eingeblendet werden. „Es sind viele kleine Erinnerungen, die zusammen ein gutes Bild ergeben“, sagte Sommer.

Es seien drei typische Geschichten, „die man wunderbar zusammenbringen kann“, erzählte Sommer über die Interviews. Zu den Berichten zählen auch eindrucksvolle Kriegserlebnisse wie ein Bombenangriff auf die Bahnstation oder die Erinnerung an den wegfahrenden Zug mit Soldaten, die die Heimat nie wiedersahen. Birgit Sommer ist noch immer fasziniert von den drei Senioren: „Sie haben ihre Erinnerungen ganz toll geschildert.“ Die Erzählungen werden zum Teil „nachgedreht“, denn ein weiterer Bestandteil des Films sind nachgestellte Szenen aus dem Landleben. Dafür sucht Birgit Sommer noch Akteure aus Rennertehausen und Umgebung. Sie müssen keine Schauspielerfahrungen haben, auch Sprechrollen solle es keine geben, sagt die Redakteurin, deren Familie aus Benkhausen im Waldecker Land stammt. In den nächsten Monaten ist sie noch häufiger im Dorf: Unter anderem wartet sie Wintertage ab, denn im Film sollen alle Jahreszeiten vorkommen, um ein breites Bild des Landlebens zu bieten. „Ich habe schon mögliche Drehorte gefunden“, berichtete sie am Mittwoch.

Auch das Heimatmuseum biete gute Kulissen. Die alte Mühle soll ebenso einbezogen werden. „Das Dorf ist wunderschön gelegen“, sagte die Redakteurin. Welche Szenen gedreht werden sollen, legt sie fest, wenn die Interviews ausgewertet sind. Etwa 20 bis 30 Stunden Rohmaterial kommen zusammen. Daraus entstehen kurze Beiträge für die Hessenschau sowie ein 45-minütiger Film im Abendprogramm. Sendetermine sind voraussichtlich im Advent 2011. Schon am Mittwochabend versprach sie: „Vorher komme ich mit einer DVD nach Rennertehausen und wir machen eine schöne Preview.“

Bislang hat Redakteurin Birgit Sommer noch kein altes Filmmaterial aus Rennertehausen gefunden. Wer Aufnahmen bis in die 70er Jahre hat, kann sich bei ihr melden. Jeder bekommt seine Aufnahmen zurück, verspricht sie. Die Besonderheit: Der hessische Rundfunk würde die Filmrollen digitalisieren, damit für die Ewigkeit erhalten, denn alte Filme sind nicht ewig haltbar, die Umwandlung und Restaurierung aber sehr teuer. Interessenten können sich per Mail an bsommer@hr-online.de mit Birgit Sommer in Verbindung setzen.

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