„Das ist eine feine Frau“

Henriette Quapp-Wahl ist seit 20 Jahren Pfarrerin in Frankenau

Kirchenvorstandsmitglied Günter Schade (links) und Bürgermeister Björn Brede (rechts) haben der Frankenauer Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl (dritte von links) zum Dienstjubiläum gratuliert. Hier im Bild mit ihrem Ehemann Pfarrer Harald Wahl sowie den Kindern Pauline und Josefine. Foto: Battefeld

Frankenau. Als Henriette Quapp-Wahl vor 20 Jahren ihre Pfarrstelle in Frankenau antrat, hatte sie keine lange Schonfrist: Bereits in der ersten Woche musste sie - als mit 28 Jahren jüngste Pfarrerin in der Landeskirche - zwei große Beerdigungen leiten.

Keine einfache Aufgabe für die damals frisch ordinierte gebürtige Pfälzerin. „Ich kannte bis dahin nur die Beerdigungen in Marburg, die eher im kleinen Rahmen abgehalten wurden“, berichtet Henriette Quapp-Wahl.

Als in Frankenau die Türen der Friedhofskapelle geöffnet worden seien, habe sie eine riesige Trauergemeinde gesehen. „Es war alles schwarz von Menschen - ich wäre fast umgefallen“, erinnert sie sich. Doch wer die fünffache Mutter kennt, weiß, dass sie sich so schnell nicht beirren lässt und mit ihrer offenen und unkomplizierten Art solche Situationen souverän meistert.“ Lampenfieber habe ich früher nicht gehabt“, sagt sie freimütig. Das komme eher jetzt, mit zunehmenden Alter.

„Die Beerdigung war ja ihr erster, öffentlicher Auftritt bei uns. Wir waren alle ganz gespannt“, erinnert sich auch Günter Schade, der seit 25 Jahren im Kirchenvorstand ist. Sie sei damals sofort sehr gut angekommen „mit ihrem freundlichen Wesen und ihrem lila Haarreif“. „Das ist eine feine Frau“, habe eine Frau aus der Kirchengemeinde neben ihm geraunt, verrät Schade. „Schon der erste Eindruck war sehr gut“, so Günter Schade, der Henriette Quapp-Wahl als „herzlich und liebenswert“ beschreibt. „Sie hat immer ein Lächeln im Gesicht.“

Da es im Vorfeld „einige Turbulenzen“ bei den Frankenauer Pfarrern gegeben hatte, habe ihr ihr Ordinator, Bischof Dr. Christian Zippert, damals mit auf den Weg gegeben, dass „die Gemeinde jetzt viel Liebe und Ruhe“ brauche, sagt Henriette Quapp-Wahl. „Sie müssen in Frankenau sehr freundlich auf die Leute zugehen“, habe er ihr geraten. „Das ist das, was ich kann“, habe sie gedacht. „Und das hat sie auch bewiesen“, bescheinigte der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede, als er der Frankenauer Pfarrerin zum 20. Jahrestag spontan einen Überraschungsbesuch mit Kirchenvorstandsmitglied Günter Schade abstattet.

Von Susanna Battefeld 

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Quelle: HNA

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