Frankenberg

„Das muss man sich erst mal ausdenken“ / Video

- Frankenberg (mba). Krimi-Autor Andreas Franz las im Steinhaus aus seinem neuen Buch "Eisige Nähe" und gab Einblicke in seine Arbeitsweise. Obwohl ihn viele für einen „Insider“ halten, habe er das Frankfurter Polizeipräsidium noch nie von innen gesehen, erzählte der Hattersheimer Schriftsteller.

Ein Nervenkitzel war für den Krimi-Autor die Anreise nach Frankenberg: Drei Stunden habe er für die 140 Kilometer von Hattersheim am Main in die Ederstadt gebraucht: „Die A5 war eine absolute Katastrophe“, schildert er seine Erfahrung. Abschnittsweise sei es nur mit Tempo 30 vorwärts gegangen. „Das Navi zeigte zwischenzeitlich Ankunft 20:45 Uhr an.“ Man mag sich gar nicht vorstellen, wie er es dennoch relativ pünktlich zur für 20 Uhr angesetzten Lesung ins Steinhaus geschafft hat. Dafür waren seine 100 Zuhörer dort umso gespannter. Für die Frankenberger Krimi-Fans wurde es ein interessanter Abend, an dem der Autor ihnen zwar wenig aus seinem neuen Buch verriet, dafür umso mehr darüber, wie Zynismus, Brutalität und detailliert beschriebene Polizeiarbeit hineingekommen sind und wie die Verachtung für Dieter Bohlen, seine Geringschätzung von Justiz und Politikbetrieb sowie einige zweifelhafte „Verschwörungstheorien“ in seine Arbeit einfließen. „Sie haben ja Zeit mitgebracht, in Frankenberg ist ja abends nicht so viel los. Es hat sich ja auch die ganze Stadt hier versammelt“, meinte Franz scherzhaft. Er war von der Buchhandlung Hykel zur „Krimi-Stunde“ eingeladen worden, um aus seinem neuen Roman „Eisige Nähe“ vorzutragen. Er las vor, wie die Hauptperson, der Auftragskiller Hans Schmidt, zu ihrem ungewöhnlichen Beruf gekommen ist: Eigentlich wollte sich der damalige Student auf eine Annonce hin um eine Stelle als Gärtner bewerben. Nach einem spontanen Liebesakt heuert seine Arbeitgeberin ihn stattdessen als Mörder an, was von Anfang an ihre Absicht gewesen sei. Schmidts erster Job ist es, den „pädophilen Hurensohn“ von Ehemann aus dem Leben seiner Auftraggeberin zu schaffen. Für den ehemaligen Studenten „eine prickelnde Erfahrung“. Ein weiteres Opfer des Killers wird der erfolgreiche, aber unsympathische Musikproduzent Peter Bruhns. Um diesen Mordfall und die Ermittlungen der Kommissare Sören Henning und Lisa Santos dreht sich der neue Roman, in den Franz seinem Publikum jedoch keine weiteren Einblicke gewährte. Stattdessen begann er, aus dem „Nähkästchen“ des Schriftstellers zu plaudern, was bei den Zuhörern gut ankam.

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