Frankenberg

Debatte über geplante Frankenberger Biogasanlage

- Frankenberg. Wie gefährlich ist die Biogasanlage, die der Waldeck-Frankenberger Maschinenring und die Frankenberger Energiegesellschaft EGF nahe der Burgwald-Kaserne bauen wollen? Was bedeutet der Bau für die Landwirtschaft und für die Natur? Offensiv griff Bürgermeister Christian Engelhardt bei der Bürgerversammlung am Dienstag die Ängste von Anwohnern oder Naturschützern auf.

Etwa 200 Interessenten verfolgten in der Aula der Hans-Viessmann-Schule die dreistündige Diskussion.„Wir möchten Sie mitnehmen und Sie einbinden,“ versicherte Engelhardtden Besuchern, „die Sorgen und Bedenken der Bevölkerung“ müssten im Planungsverfahren berücksichtigt werden. Investoren und Fachleute standen den Kritikern an dem Abend Rede und Antwort. Allerdings machte Engelhardt auch deutlich, dass er für den Bau der Anlage stehe. Biogas werde eine „Schlüsseltechnologie“ mit Potentialen für die Landwirtschaft und die Region.

Nur acht Prozent der Ackerfläche würden für die Biogasanlage benötigt, sagte der Geschäftsführer des Maschinenrings, Walter Dersch. Und keiner der 80 Landwirte baue auf seinem Land zu mehr als 20 Prozent Mais für die Anlage an.

EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter stellte die Anlage mit einer Leistung von 1000 Kilowatt vor. Sie solle zu 40 Prozent mit Mais, zu 45 Prozent mit Ganzpflanzensilage und zu 15 Prozent mit Gras bestückt werden. Das Gas wird voraussichtlich ins Erdgasnetz eingespeist.

Enorme Potentiale sieht der Fachgebietsleiter für nachwachsende Rohstoffe im Landesbetrieb für Landwirtschaft, Klaus Wagner, für Biogas.Erneuerbare Energien seien ein wachsender Zweig der Volkswirtschaft mit einem Jahresumsatz von derzeit bereits 33 Milliarden Euro und etwa 243.000 Arbeitsplätzen. Und Deutschland habe die Chance, Weltmarktführer bei neuen Techniken zu werden.

Der Leiter des Stadtbauamtes, Karsten Dittmar, erläuterte das Bauleitverfahren und griff dann Kritikpunkte auf, die nach einer ersten Abwägung in den Planungen berücksichtigt wurden. Weitere Fragen zur Verkehrsführung, Sicherheitsfragen, dem Botulismus, der Wildschwein-Plage oder dem Naturschutz kamen in der Diskussion auf.

Mehr in der Printausgabe der FZ vom 16.12.



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