Oberstudiendirektor feiert Doppeljubiläum: 40 Jahre im öffentlichen Dienst, 25 Jahre Chef der Edertalschule

Deichsel: „Unterricht wird mir fehlen“

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- Frankenberg (jos).In seiner Zeit als Chef des Gymnasiums wurden nicht nur alle Gebäude renoviert, auch einen großen Teil des Lehrerkollegiums hat er eingestellt. Für 40 Jahre im öffentlichen Dienst erhält Winfried Deichsel heute eine Urkunde aus den Händen von Rainer Walenzik vom Schulamt. Seit 25 Jahren leitet Deichsel die Edertalschule, diesen Sommer geht er in Ruhestand.

Unzählige Urkunden zu Dienstjubiläen hat Deichsel als Schulleiter an Lehrer der Edertalschule übergeben. Meistens waren es Ehrungen zum 25-jährigen Dienstjubiläum. Wer von ihm für 40 Jahre im öffentlichen Dienst ausgezeichnet worden ist, war bislang immer schon in der Freistellungsphase der Altersteilzeit – also nicht mehr als Lehrer aktiv. Insofern ist die heutige Auszeichnung an der Edertalschule eine Premiere. Warum Deichsel sich seinerzeit gegen die Altersteilzeit entschieden hat? „Überlegt habe ich durchaus. Aber solange es mir Spaß macht und ich gesundheitlich fit bin, wollte ich weitermachen“, sagt der Oberstudiendirektor.

Bis zum 30. Juni bleibt er noch im Amt. Dann geht er mit 65 Jahren in den Ruhestand – und an der Edertalschule endet eine Ära. Denn stolze 25 Jahre lang war Deichsel Chef des Gymnasiums. Gebürtig in Oberweimar bei Marburg, hat der Jubilar im Sommer 1966 am Marburger Gymnasium Steinmühle sein Abitur „gebaut“. Zwei Jahre lang ging er zum Wehrdienst in die Oberpfalz, danach begann er sein Studium an der Marburger Philipps-Universität. Es war der Sommer 1968 und damit der Höhepunkt der Studentenrevolte. „Ja, ich bin ein echter 68er“, sagt Deichsel schmunzelnd und ergänzt: „Aber nicht politisch“.

Sein Professor habe immer gesagt: „Die machen ihr Praktikum auf der Straße, wir im Labor.“ Und so war Deichsel ein zielgerichteter Student. „Die Studentenrevolte habe ich als kurios empfunden“, sagt der heute 64-Jährige und erinnert sich an eine Debatte in Marburg. „Die haben über Gleichberechtigung gesprochen und dann gesagt, die Mädchen kochen jetzt erst einmal Kaffee.“

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