Nachfolgerin von Ernst-Dieter Mankel

Dekanin Hegmann führt die "Tafel"

Frankenberg - Aus persönlichen Gründen ist der bisherige Vorsitzende Ernst-Dieter Mankel von der Spitze der Frankenberger Tafel zurückgetreten. Sein Amt übernahm nach einstimmiger Wahl Petra Hegmann, Dekanin des "Kirchenkreis Eder".

„Ich nehme die Wahl gerne an“, sagte sie. „Ich war als Beisitzerin sozusagen ein Jahr im ‚Praktikum‘ und bin froh, jetzt in diesem Gremium mitarbeiten zu dürfen“. Es sei ein gutes Ziel, für das sich der Einsatz lohne, erklärte sie nach ihrer Wahl.

Auf ihren frei gewordenen Platz als Beisitzer wählten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung den bisherigen Vorsitzenden. „Ich werde auch weiterhin der Arbeit im Verein treu bleiben und mit Rat und Tat zur Seite stehen“, versprach Mankel.

Aktuelle Informationen aus dem „Tafelladen“ hatte Schriftführer Hans-Jürgen Wilhelm vorbereitet. „Es jährt sich der Tag zum achten Mal, an dem wir das erste Mal Lebensmittel ausgegeben haben“, informierte er. Aus kleinen Anfängen sei mittlerweile ein großes Projekt geworden, zu dem neben dem Standort Frankenberg auch Ausgabestellen unter anderem im oberen Edertal, Hallenberg und Bromskirchen und Gemünden gehörten.

Statistiken hatte der Schriftführer zur Entwicklung der Vereinsarbeit vorbereitet. Beeindruckend war dabei die Zahl der ehrenamtlich geleisteten Stunden: 9000 waren insgesamt in einem Jahr zusammen gekommen. „Trotz des hohen Einsatzes ist es nicht möglich, allen zu helfen“, stellte Ernst-Dieter Mankel in seinem Rechenschaftbericht fest. „Wir haben inzwischen eine Warteliste, auf der etwa vierzig Bedarfsgemeinschaften stehen“. Zusätzlich erschwere das zurückgegangene Spendenaufkommen bei gleichzeitigem Anstieg der Hilfebedürfigen die Situation. „Die Armutsrate steigt“, betonte der scheidende Vorsitzende. Aber er berichtete auch sowohl von regelmäßigen und von spontanen Spenden. So sei es möglich gewesen, eine komplette zweite Kühlzelle aufgrund einer Spende zu installieren. Als nächstes sei der Kauf eines weiteren Fahrzeugs geplant.

„Wir müssen im Gedächtnis der Menschen bleiben“, hob Ernst-Dieter Mankel hervor. Dazu diene unter anderem die Präsenz bei Stadt- und Gemeindefesten und auch die Mitarbeit in Schulprojekten.

Großen Raum nahm die Diskussion über den Umgang mit Asylbewerbern und Flüchtlingen ein. „Auch sie haben Anspruch auf Leistungen der Tafel, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind“, betonte Mankel.

Gemündens Bürgermeister Frank Gleim regte an, die Regularien zu veröffentlichen, die zum Bezug von Lebensmittel berechtigen, um die Gesellschaft besser zu informieren.

Über die finanzielle Lage des Vereins informierte Kassiererin Birgit Fackiner, bevor aus den Reihen des Vorstands ein Hilferuf an die Allgemeinheit erging: Dringend werden ab sofort kräftige männliche Mitarbeiter gesucht, die dienstags und donnerstags jeweils für einige Stunden bei der Ausgabe der Lebensmittel ehrenamtlich behilflich sind. (ghi)

Kommentare