Frankenberg

Demo: „Nichts ist gut in Afghanistan“

- Frankenberg (jos). Mit einem Zitat der ehemaligen EKD-Ratspräsidentin Margot Käßmann ruft ein Waldeck-Frankenberger Aktionsbündnis zum öffentlichen Protest gegen Krieg und militärische Gewalt auf.

„Nichts ist gut in Afghanistan“: Mit dieser Aussage hat Margot Käßmann Anfang des Jahres für einigen politischen Wirbel gesorgt und die Debatte um den Einsatz internationaler Truppen am Hindukusch aufs Neue entfacht. „Nicht so weit weg“ Auch in Waldeck-Frankenberg brennt das Thema Afghanistan vielen Menschen unter den Nägeln. „Dieser Krieg ist leider nicht so weit weg, wie wir uns vielleicht wünschen würden“, erklärt Uwe Lutz-Scholten im Hinblick auf die in Mazar-e Sharif und Feyzabad stationierten Soldaten der Frankenberger Burgwaldkaserne. Der Diemelseer gehört zu den Initiatoren der für Samstag, 3. April, geplanten Fiedenskundgebung und Demonstration in Frankenberg. Die Burgwaldkaserne sei „ein Ort, von dem Krieg und Tod ausgeht“, erklärt Lutz-Scholten. Zugleich würden auch die Soldaten zu Opfern. „Wir wollen deshalb unsere Fragen, unseren Protest, vor allem aber unsere Sehnsucht nach Frieden, der nicht durch Waffeneinsatz zu erreichen ist, in einem Ostermarsch zum Ausdruck bringen“, betont der Sprecher des Aktionsbündnisses Ostermarsch Waldeck-Frankenberg, dem seinen Angaben nach Mitglieder von Gewerkschaften, Parteien und Kirchen angehören. – Starten soll die Demonstration mit einer Kundgebung am Samstag um 11 Uhr am Frankenberger Rathaus. „Nach Liedern von Frank Becker und persönlichen Statements einiger Teilnehmer werden wir zur Burgwaldkaserne ziehen“, erklärt Lutz-Scholten. Dort soll der Protest mit einer Mahnwache fortgesetzt werden. Zur Teilnahme sei jeder eingeladen, „der ein klares Zeichen gegen den Krieg in Afghanistan, aber vor allem für seine Sehnsucht nach Frieden setzen will“. In der Burgwaldkaserne sieht man dem Protest gelassen entgegen. „Mit dem Aktionsbündnis wird es keine Probleme geben“, sagte Presse-Offizier Thomas Große auf WLZ-FZ-Nachfrage. Am Montag, 29. März, sei eine Besprechung geplant, an der der Initiator des Ostermarsches, der Kommandeur der Kaserne, das Ordnungsamt und die Frankenberger Polizei teilnehmen will. „Schwierig werden könnte es nur dann, wenn sich andere Gruppierungen dem Protest anschließen würden, die möglicherweise gewaltbereit sind“, so Große.Ostermärsche mit Ausschreitungen? Das würde der Idee einer Demonstration für Frieden allerdings auch grundsätzlich widersprechen. Im Fall der Fälle sei es die Strategie der Burgwaldkaserne, sich um Deeskalation zu bemühen. 50 Personen angemeldet Auch Bürgermeister Christian Engelhardt als Chef der Ordnungsbehörde sieht der Demonstration gelassen entgegen. Angemeldet seien 50 Personen. „Bis vor zehn Jahren gab es in Frankenberg regelmäßig friedliche Ostermärsche“, sagte Engelhardt. Für den Frieden allgemein und konkret gegen den Irak-Krieg gingen in Frankenberg zuletz im März 2003 hunderte Schüler auf die Straße. Gruppen oder Einzelpersonen, die den Ostermarch unterstützen wollen, können sich an Uwe Lutz-Scholten wenden. E-Mail: frieden-wa-fkb@gmx.de. Postanschrift: Auf den Hüften 4, 34519 Diemelsee.

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