Experten werben bei Viessmann für Gebäude-Sanierungen

"Der Klimawandel beginnt im Kopf"

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„Mekka der Effizienztechnologie“: Firmenchef Prof. Dr. Martin Viessmann, Moderator Jürgen Petermann und Hans Joachim Schellnhuber informierten an den vergangenen beiden Tagen über die Notwendigkeit von Haussanierungen für den Klimaschutz.Fotos: Mark Adel

Allendorf (Eder) - Führende Klima- und Energieexperten haben in Allendorf auf die Bedeutung der Modernisierungen von Wohngebäuden für den Klimaschutz hingewiesen. Professor Hans Joachim Schellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, forderte eine „dritte industrielle Revolution“.

Von Mark Adel

Allendorf (Eder). Schellnhuber zeigte anschaulich, wie der CO2-Ausstoß seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zunächst in Großbritannien, dann im restlichen Europa und Nordamerika und dann nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Asien und Lateinamerika immer stärker zunahm.

Zusammen mit weiteren Fachleuten besetzte Hans Joachim Schellnhuber das Podium des 15. Viessmann-Energieforums, das in den vergangenen beiden Tagen an der Akademie des Stammsitzes stattfand. Das Unternehmen sei „zu einer Art Mekka der Effizienztechnologie“ geworden, sagte Moderator Jürgen Petermann. Vor Marktpartnern des Unternehmens informierten die Experten über den aktuellen Stand der Klima- und Energiesituation und zeigten Lösungsansätze zur Umsetzung der Energiewende auf.

Schellnhuber informierte über die Folgen, die eine Erwärmung der Atmosphäre um mehr als zwei Grad nach sich ziehen würde. Er zeigte aber auch Möglichkeiten auf, die Klimaerwärmung zu stoppen. „Die globale Erwärmung ist ein Nebeneffekt der industriellen Revolution“, sagte der Forscher.

Er verglich die Erwärmung der Atmosphäre mit der des menschlichen Körpers: „Bei einer Erhöhung um fünf Grad haben Sie den Gesundheitszustand völlig verändert.“

Informationen über„Effizienz Plus“

Das Ziel: Mit effizienten Heizungen und Modernisierungen der Gebäude soll der Energieverbrauch minimiert werden - und der verbleibende Bedarf zum möglichst großen Teil durch regenerative Energien ersetzt werden. Gerade die Effizienz sei entscheidend, sagte Schellnhuber und betonte: „Der Klimawandel beginnt im Kopf.“

Prof. Dr. Martin Viessmann betonte, jeder stehe in der Verantwortung, der Energieverschwendung ein Ende zu bereiten. „Die Auflösung des Modernisierungsstaus im Wärmesektor leistet dazu einen entscheidenden Beitrag“, sagte der Unternehmenschef.

Allerdings fehlten noch immer die Rahmenbedingungen, „um die immensen Potenziale“ zu nutzen. „In der Veränderung liegt ein Risiko“, sagte Viessmann. „Aber es ist immer gut, wenn man das Risiko als Chance begrüßt.“ Bis zum Atomausstieg 2022 müssten die Fragen zum Speichern und Transport des Stroms geklärt werden. Auf diese Chancen ging auch Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena), ein. In seinem Vortrag „Die Hauswende voranbringen“ erläuterte er, wie wichtig es sei, mehr Schwung in die Modernisierung des Gebäudebestands zu bringen. „Wir haben einen massiven Investitionsstau“, betonte er. Frank Voßloh, Geschäftsführer der Viessmann Deutschland GmbH, erläuterte den Strukturwandel im Heizungsmarkt und informierte über technische Trends. Daneben betonte er auch die zentrale Rolle der Viessmann-Marktpartner bei der Auflösung des Modernisierungsstaus.

Manfred Greis, Leiter der Viessmann-Unternehmenskommunikation, gab einen Überblick über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Steigerung der Energieeffizienz und Verbesserung des Klimaschutzes. Er stellte auch das Nachhaltigkeitsprojekt „Effizienz Plus“ vor. Damit hatte Viessmann am Stammsitz in Allendorf den Verbrauch fossiler Energien um zwei Drittel und den CO2-Ausstoß um 80 Prozent gesenkt (FZ berichtete).

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