Rennertehausen

DGH-Sanierung kostet 1,4 Millionen Euro

- Allendorf (Eder) (da). Das Geld aus dem Konjunkturprogramm soll ins Rennertehäuser Dorfgemeinschaftshaus gesteckt werden. Doch die hohen Kosten sorgten während der Ausschusssitzung für Diskussionen.

Allendorf - Rennertehausen. Auf 1,4 Millionen Euro schätzt der Marburger Architekt Bernd Brust die Kosten für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses. Etwa 530 000 Euro erhält die Gemeinde aus dem Konjunkturprogramm. Dieses Geld soll, wenn die Gemeindevertreter dem Beschlussvorschlag der drei Ausschüsse folgen, in das Gebäude gesteckt werden.Doch nach Ansicht von Bürgermeister Claus Junghenn fehlt Allendorf das Geld. Weder die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses noch die Erweiterung des Allendorfer Feuerwehrstützpunktes seien im nächsten Jahr möglich, sagte er. Der Grund: Allendorf starte mit einem Minus von zwei Millionen Euro ins neue Jahr. Investitionen – zum Beispiel die DGH-Sanierung – könnten nur über Kredite, also neue Schulden, finanziert werden. Er plädierte dafür, das Geld aus dem Konjunkturprogramm in den Ausbau der Sudetenstraße und in die Sanierung des Bürgerhaus-Dachs in Allendorf zu stecken.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder war zwar dafür, das Geld aus dem Konjunkturprogramm nach Rennertehausen zu geben. Kritik wurde jedoch angesichts der veranschlagten Kosten laut. Die ergaben sich aus den Wünschen von Ortsbeirat und örtlichen Vereinen, erläuterte Architekt Brust. Wenn das Haus weniger kosten soll, müsste deutlich abgespeckt werden.

Lob bekam er indes gleich zu Beginn von Parlamentschef Norbert Bötzel (Bürgerliste Ortsteile): Er habe noch keine so detaillierte Kostenplanung auf dem Tisch gehabt, wie die von Brust, sagte Bötzel.

Die bisherige Küche soll einer Erweiterung des Saals weichen. Der Saal werde nicht viel größer, aber deutlich besser nutzbar, sagte Brust. In diesem Teil des Gebäudes ist ein Neubau nötig. Im Bereich des bisherigen zweiten Saals entsteht die neue Küche. Der große Saal wird durch eine bewegliche Trennwand geteilt. Die Bühne soll mittig angelegt werden. Geplant ist ferner die Umgestaltung des Eingangsbereichs. Unter anderem werden die Treppen umgebaut. Die Rampe für Rollstuhlfahrer sei zu steil und müsse ersetzt werden, sagte Brust.

Toiletten, Theke, Beschallung, Bühne, Stuhllager, Duschen für Tischtennisspieler und Theaterdarsteller, Lüftung, Toiletten, Garderobe, Elektro-Anlage, Kühlzellen und noch einiges mehr lassen die Baukosten in den siebenstelligen Bereich wachsen. Lediglich die Heizungsanlage bleibt erhalten. Nicht möglich ist die von den Tischtennisspielern gewünschte Erhöhung der Decke.

Außer Frage stand für den Ausschuss, dass das Dorfgemeinschaftshaus rege genutzt wird: Von 330 Tagen bis Ende November sei das Gebäude in diesem Jahr 106 Tage belegt, sagte Heinz Kraus (Bürgerliste Ortsteile). Häufig werde dabei auch die Küche genutzt, sagte er auf Nachfrage von Gerhard Specht (CDU).

Einsparmöglichkeiten sah aber Brust nur wenige, wenn alle Wünsche der Rennertehäuser berücksichtigt werden sollen: Maximal sei eine Kostensenkung von 70 000 Euro möglich. Ein Neubau sei vermutlich nicht billiger, sagte der Architekt auf Nachfrage des Beigeordneten Norbert Schäfer (SPD). Zu den Kritikern der hohen Kosten zählte besonders Gerhard Specht. „Für 1,4 Millionen darf man nicht umbauen“, sagte er. Fraktionskollege Dirk Hofmann sah ebenso die hohen Kosten als Problem und fragte, was man für eine Million Euro erwarten könnte. Dann müssten Wünsche gestrichen werden, entgegnete Brust. Hofmann kritisierte außerdem, dass erst jetzt ein Konzept mit Kosten vorliege. Junghenn entgegnete, es hätten im April öffentliche Sitzungen stattgefunden, in denen Vereine und Ortsbeirat Wünsche geäußert hätten. Auf dieser Basis stehe die Kostenschätzung. Im Sommer hätte er die Kosten noch nicht so detailliert nennen können, ergänzte der Architekt.

Im Haupt- und Finanzausschuss und im Ausschuss Jugend, Sport, Kultur stimmten je fünf Mitglieder dafür, je ein Abgeordneter war dagegen. Im Bauausschuss standen vier Jastimmen zwei Gegenstimmen gegenüber. Die Ausschüsse folgten damit dem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands, den die Beigeordneten bei der Gegenstimme des Bürgermeisters gefasst hatten.

Am 11. November fällen die Gemeindevertreter die endgültige Entscheidung.

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