Diabetes: Zwölfjähriger aus Schreufa kann trotz Krankheit alles machen

Timon Röhle

Waldeck-Frankenberg. Für Diabetes-Erkrankte ist er lebenswichtig: der Tropfen Blut. Täglich müssen sie mehrere Male damit ihren Blutzucker messen. Dementsprechend spritzen sie Insulin. Anlässlich des Weltdiabetes-Tages am Freitag, 14. November, erzählt ein Zwölfjähriger aus Schreufa über seine Krankheit.

Er ist gerade einmal acht Jahre alt, als er die Diagnose bekommt: Diabetes Typ 1. Was für Timon Röhle und seine Familie zunächst ein Schock war, ist heute Alltag. Obwohl der jetzt Zwölfjährige Diabetes hat, kann er alles machen - vom Marathonlauf bis zum Eisessen. Er muss dafür nur immer seinen Blutzuckerwert überprüfen, dann gegebenenfalls Insulin spritzen.

Für dieses Hormon der Bauchspeicheldrüse hat er am Bauch von außen eine kleine Pumpe kleben. Über eine Nadel bekommt er das Insulin verabreicht. Die Menge steuert er über ein Gerät, das von weitem wie ein Handy aussieht. Gleichzeitig kann diese Maschine seinen Blutzucker messen.

Vier Jahre lang hat der Jugendliche die Krankheit, und sie ist ganz normal geworden. „Manchmal denke ich, ohne Diabetes wäre es schön. Aber wie wäre es dann ohne Diabetes“, fragt Timon, der sich sein Leben ohne die Krankheit kaum noch vorstellen kann.

Anfangs war es ihm unangenehm, das Insulin vor seinen Mitschülern zu spritzen. Heute nervt eher das Blutzuckermessen. „Man will halt nicht immer messen“, sagt er, fügt aber hinzu, wie lebenswichtig das Messen ist. Seine Lehrer würden glücklicherweise tolerant mit der Krankheit umgehen und wüssten, was im Ernstfall zu tun ist.

Doch nicht jeder zeigt Verständnis für seinen Typ 1-Diabetes. So hat er zum Beispiel in einer Eisdiele erlebt, dass ein Kind am Nachbartisch fragte, als er sich Insulin spritzte: „Mama, was macht der Junge da?“ Die Mutter antwortete: „Der hat zu viel gegessen, deshalb muss er sich das spritzen. Wenn du zu viel Süßes isst, bekommst du das auch.“

Timon hielt das für einen unnötigen Kommentar und klärte sie über die Krankheit auf. Das Problem: Viele wüssten den Unterschied der beiden Diabetes-Typen nicht. Der Jugendliche hat kein Übergewicht, wie beim Typ 2 meistens der Fall. Er läuft sogar regelmäßig weite Strecken.

Von Johanna Daher

Wie Timon darauf achtet, dass sein Blutzucker immer im grünen Bereich ist und wo es in Frankenberg Anlaufstellen für Diabetiker gibt, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Video: Häufige Ursachen für Diabetes und wie man sie vermeidet

Quelle: HNA

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