Pflegenotstand im Oberen Edertal

Diakoniestation sucht händeringend qualifiziertes Personal

Machen auf den Pflegenotstand im oberen Edertal aufmerksam: Krankenschwester Gabi Hüster und der Pflegedienstleiter der Diakoniestation, Martin Melzer. Foto: Hoffmeister

Allendorf/Battenberg/Hatzfeld. Der Pflegenotstand ist im Oberen Edertal angekommen. Martin Melzer, Pflegedienstleiter des Diakonischen Werkes, sucht dringend qualifiziertes Personal.

„Wir haben schon über das Arbeitsamt und Zeitarbeitsfirmen gesucht. Auch per Ebay und Facebook. Das hat alles nichts gebracht“, sagt Melzer. „Allein in dieser Woche hatte ich acht Anfragen. Der Bedarf ist so groß, dass wir ihn nicht abdecken können.“

Derzeit zählt die „Häusliche Krankenpflege“ im oberen Edertal 38 Mitarbeiter.

„Unsere Mitarbeiterinnen sind ganz überwiegend als Teilzeitkräfte mit 20 bis 30 Wochenstunden tätig“, berichtet Pflegedienstleiter Martin Melzer. Aktuell werden 213 „Klienten" (die Diakonie spricht nicht von „Patienten“) in den Kommunen Hatzfeld, Battenberg und Allendorf mit allein Ortsteilen betreut - montags bis freitags in 17 Früh- und vier Spätdiensten. An den Wochenenden sind es zehn Früh- und vier Spätdienst-Touren. Auf jeder dieser Touren werden zehn bis zwölf Personen gepflegt.

„Die Verweildauer im Krankenhaus wird immer kürzer“, nennt Martin Melzer einen Grund für den stetig wachsenden Bedarf an Pflegefachkräften. „Wenn einem älteren Menschen beispielsweise im Krankenhaus ein Bein amputiert werden muss, übernehmen wir nach zwei Wochen die Versorgung.“

Ein weiterer Grund: „Mehrgenerationen-Familien“ unter einem Dach gebe es heute faktisch nicht mehr. Und dort, wo Angehörige pflegten, gingen auch diese in aller Regel einem Beruf nach. Wenn der ambulante Pflegedienst morgens und abends ins Haus kommt, kostet das laut Martin Melzer schnell 1200 Euro im Monat. „Aus dem Pflegegeld kann man das dann nur ab Stufe II abdecken.“

Osteuropäische Pflegekräfte sind für Martin Melzer „keine Konkurrenz, sondern Gold wert“. Die im Haushalt der pflegebedürftigen Personen lebenden Kräfte schließen laut Melzer „eine Lücke zwischen der vollstationären und der ambulanten Pflege“. (off)

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Quelle: HNA

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