Allendorf (Eder): "Liebe für alle, Hass für keinen"

Dialog zwischen Religionen der Welt

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Allendorf (Eder) - Die Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat hat in Allendorf eine Podiumsdiskussion mit einem "Tag der Religionen" veranstaltet.. Motto des Abends war "Liebe für alle, Hass für keinen".

Die Veranstalter sind seit vielen Jahren daran interessiert, dass ein intensiver und kontinuierlicher Dialog zwischen den Religionen der Welt stattfindet. Den Tag der Religionsstifter sahen die Gläubigen von Ahmadiyya deshalb als gute Gelegenheit, über die einzelnen Religionen, elementare Grundsätze und Glaubenssätze, das Leben und Werk der Gründer und Stifter zu informieren und sich auszutauschen.

Nach einführenden Referaten war das Publikum mit Fragen und Diskussionsbeiträgen an der Reihe. 100 Vertreter aller Altersklassen, zumeist Allendorfer Christen und Muslime, bildeten das Publikum.

Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn stellte seine Gemeinde vor. Er freute sich über die bereits im Vorfeld geäußerten Bekenntnisse zu Gewaltfreiheit, gegen Kriege und Hass und sah die unterschiedlichen Religionen auch unter dem Gesichtspunkt ihrer möglichen Beiträge zu einer Integration der unterschiedlichen in Deutschland lebenden Menschen an. Der Dekan des evangelisch-lutherischen Dekanats Biedenkopf, Gerhard Failing, sagte, der Dialog sei dringend notwendig, aber nicht immer einfach. Man dürfe die notwendigen Begegnungen und Gespräche nicht immer gleich mit den schwierigsten Themen belasten, sondern müsse sich Schritt für Schritt näher kommen. Das christliche Symbol des Kreuzes stehe für die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen durch Christus und stehe damit auch für das Gebot der Nächsten- wie der Feindesliebe. Failing: "Wenn wir die Unterschiede respektieren, können wir für Friede und Verständigung eintreten."

Prof. Dr. Eckhardt Bangert referierte über Buddhismus. Als Hauptübel sah der Theologe geistige Blindheit, Gier und Neid an, als Mittel zu ihrer Heilung und Überwindung das ethisch-moralische Handeln. Die Übel könnten nur durch Liebe und Barmherzigkeit angegangen werden. Die Liebe des Nächsten setze voraus, dass der Gläubige seine eigenen Schwächen und Stärken erkenne. Bangert rief auf zu einem friedlichen Wettstreit der Religionen, um letztlich Gutes zu tun für die Menschheit.

Der vorgesehene Referent der islamischen Gemeinde kam nicht zu der Veranstaltung. So sprangen kurzerhand zwei Ersatzmänner für ihn ein, der Student Anis Ahmad und Munawar Hussain Toor. Beide sagten, der Islam sei eine Religion des Friedens, nicht des Extremismus und der Gewalt. Man dürfe nicht einige extreme und gewalttätige Gruppen mit dem Islam als Ganzes gleichsetzen.

Danach entspann sich eine engagierte Fragestunde und Diskussionsrunde zwischen Publikum und Podium. Bei allen Redebeiträgen war das Interesse an der Verständigung, Toleranz und dem friedlichen Miteinander herauszuhören. Eine Muslimin sagte, die einzelnen Religionen seien die unterschiedlichen Wege zu dem einen Gott. Einige Allendorfer betonten, der Dialog müsse bei künftigen Treffen fortgesetzt werden, denn in den Grundaussagen wie Toleranz, Liebe und Frieden stimmten alle Religionen überein. (ied)

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