Dialyse: Pauschale für Blutwäsche gekürzt

Waldeck-Frankenberg. Auf dialysepflichtige Patienten kommen schwere Zeiten zu. Nach der Kürzung der Sachkostenpauschale von 173 auf 155 Euro pro Behandlung, die im Juli dieses Jahres in Kraft trat, ist für Januar 2015 die nächste Kürzung vorgesehen. In Waldeck-Frankenberg sind circa 300 Menschen von den Einsparungen betroffen.

So funktioniert die Dialyse

In Nordhessen sind es 800 bis 1000, deutschlandweit 70.000 bis 80.000 Dialyse-Patienten.

„Bis August 2014 ermitteln Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen, inwieweit weitere Kürzungen erfolgen können“, erklärt Charlotte Schrooten vom Verband Deutsche Nierenzentren (DN). Anschließend sind jährliche Überprüfungen vorgesehen.

Durch die Kürzung sind Dialysepraxen zu Einsparungen gezwungen. „Daher stehen einige Leistungen mit hohem personellem und zeitlichem Aufwand, die bisher zusätzlich und freiwillig erbracht werden, auf dem Prüfstand“, heißt es in einer Patienteninformation der DN.

Je nach Praxis könnten Nachtdialysen für Erwerbstätige, zusätzliche vierte Dialysen oder von der Dialyse unabhängige Verbandswechsel nicht oder nur eingeschränkt gemacht werden.

Die eigentliche Dialysebehandlung werde aber weiterhin sorgfältig von Ärzten und Pflegern erledigt, sagt der Verband. „Unter anderem wird bereits an Umfang und Auswahl des Essens während der Dialyse gespart. Daneben werden weitere freiwillige Leistungen, wie Wundversorgung abseits der Dialyse, überprüft“, berichtet Schrooten. Unterhaltungsangebote wie Fernsehen und Internet will man einsparen. Dabei spiele der Wohlfühlfaktor bei einer fünfstündigen Behandlung drei Mal die Woche für die Patienten eine große Rolle, gibt sie zu bedenken.

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Von Gudrun Skupio

Quelle: HNA

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