Frankenberg

„Die Leute sind alle verunsichert“

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- Frankenberg (mba). Ursprünglich war der neue E10-Treibstoff für den 1. Januar angekündigt worden. Doch die Umrüstung der Zapfsäulen verzögert sich. Tankstellen-Inhaber Marcus Fehr verzichtet vorerst auf den neuen Sprit.

Marcus Fehr will erst einmal abwarten, wie sich die Sache entwickelt: „Vorerst werde ich E-10 nicht anbieten.“ Um an einer seiner beiden Zapfsäulen den neuen Treibstoff mit einem zehnprozentigen Bio-Ethanol-Anteil anzubieten, wäre er gezwungen, Super Plus ganz aus dem Angebot zu nehmen. Denn jede Säule hat je drei Zapfhähne: Diesel, Super und Super Plus. Der Platz auf der kleinen Tankstelle in der Ederstraße reiche nicht aus, um noch eine weitere Säule mit E10 aufzustellen, sagt Fehr. Wenn die Nachfrage nach dem neuen Bio-Sprit jedoch im Laufe der Zeit größer wird, wolle er sich dem nicht verweigern. Vorerst hat die E10-Einführung seiner Meinung nach vor allem eine Wirkung: „Die Leute sind alle verunsichert.“ Denn einigen Motoren vertragen die zehn Prozent Bio-Ethanol nicht.

Auch an den Frankenberger Tankstellen der großen Ketten ist der E10-Sprit noch nicht zu haben: Nach wie vor können die Autofahrer nur herkömmlichen Super-Kraftstoff zapfen. Detlef Brandenburg, Sprecher der Aral AG, kann nicht sagen, wann es E10 an den Aral-Zapfsäulen geben wird: „Die Umrüstung der Zapfsäulen ist für das erste Quartal 2011 geplant. Aber wir haben noch nicht damit begonnen.“ Auch zum Preis des neuen Treibstoffs gibt er keine Auskunft. Es sei reine Spekulation, ob E10 teurer oder günstiger sein wird als bisher Super-Benzin. Ähnlich lautende Auskünfte gibt es auch bei Shell und Esso.

Doch an vielen Tankstellen machen zumindest Hinweisschilder die Kunden auf die bevorstehende Umstellung aufmerksam. An den Kassen liegen Informationsbroschüren des Bundesumweltministeriums mit dem Titel „Mehr Bio im Benzin – Worauf Sie achten müssen“ aus. Darin heißt es: „E10 vertragen nur Fahrzeuge, die dafür ausgelegt sind.“ Das seien etwa 90 Prozent aller Pkw.

Das bestätigt auch Frank Maurer, Obermeister der Kfz-Innung in Waldeck-Frankenberg: „Nicht alle Autos vertragen E10. Die neueren Modelle sind aber meist darauf vorbereitet.“ Der höhere Anteil von Bio-Ethanol im E10-Sprit könne die Leitungen, Dichtungen und sogar die Motoren beschädigen, warnt er. Schon bisher enthält Super-Benzin fünf Prozent Ethanol, doch das sei noch nicht schädlich für Motoren. Aber irgendwann sei die Grenze erreicht.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 15 Januar.

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