Mann entwendete Steuergerät für Computerspielkonsole, als er unter Bewährung stand

Dieb muss ins Gefängnis

Frankenberg. Den Diebstahl eines Computerspiel-Controllers im Wert von 29 Euro muss ein 34-Jähriger aus dem Frankenberger Land teuer bezahlen: Der Mann muss für vier Monate ins Gefängnis, weil er zur Tatzeit noch unter Bewährung stand – ebenfalls wegen Diebstahls. Vor dem Amtsgericht Frankenberg warf die Staatsanwaltschaft dem Mann außerdem Nötigung vor.

Am 19. März hatte der Angeklagte in einem Frankenberger Kaufhaus das Videospielzubehör gestohlen, indem er das Diebesgut in seine linke Jackentasche steckte. Mit der Beute verließ der 34-Jährige den Spielwarenladen über eine Treppe in die darunterliegende Buchhandlung. Hier ließ er seine Beute zurück. Als er das Gebäude verlassen wollte, wurde er von zwei Verkäuferinnen gestellt. Der Angeklagte drängte die beiden Frauen zur Seite, um das Geschäft verlassen zu können. Während der Tat war der 34-Jährige nach eigenen Angaben stark alkoholisiert. „Ich hatte zehn Bier getrunken“, erklärte er vor Gericht.

Der Angeklagte zeigte sich geständig, beteuerte aber: „Ich habe niemanden angefasst oder verletzt.“ Die Zeugin sah das ganz anders: „Ich wollte ihn festhalten, da hat er mich gleich weggeschubst“, sagte sie. Da er nicht wirklich brutal gegen die Verkäuferinnen vorgegangen war, sondern sich lediglich unsanft den Weg nach draußen freimachen wollte, wurde die Anklage wegen Nötigung fallengelassen.

Der Diebstahlvorwurf blieb – auch wenn der 34-Jährige beteuerte, er habe es sich im Buchladen anders überlegt und das Diebesgut zurückgelassen. „Was machst du denn da? Lass es“, habe er laut eigener Aussage gedacht und deshalb seine Beute zurückgelassen. Strafrechtlich seien diese Überlegungen laut Staatsanwaltschaft irrelevant, da der Diebstahl bereits erfolgt war.

Gegen den Angeklagte sprach auch, dass er zum Zeitpunkt der Tat wegen zwei früherer Diebstähle unter Bewährung stand. Die Strafe für den zweiten Diebstahl war ihm allerdings erlassen worden, bevor die Nachricht von der neuen Tat zum Gericht durchgedrungen war.

„Bewährungsversager“

„Ich habe Ihnen letztes Mal schon gesagt, dies ist das letzte Mal Bewährung“, mahnte Richterin Andrea Hülshorst. Auch wenn der Angeklagte die Bewährungsauflagen ansonsten gut erfülle, so habe er seine Hauptaufgabe verfehlt, indem er straffällig wurde, betonte die Richterin. „Sie haben sich nicht mehr als bewährungswürdig erwiesen.“ Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nannte ihn einen „klassischen Bewährungsversager“. Deshalb erhielt der Mann eine Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. (sas)

Quelle: HNA

Kommentare