Anderthalb Jahre Haft für den Angeklagten

Diebestour endet im Gefängnis

Frankenberg. Ein einschlägig vorbestrafter Mann aus dem Altkreis Frankenberg ist vom Amtsgericht verurteilt worden. Der angeklagte 29-Jährige war gleich wegen verschiedener Diebstähle angeklagt.

Der nur zum Teil geständige Angeklagte wurde für seine Taten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten von Richterin Hülshorst verurteilt. „Ihre Drogensucht zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben“, sagte Hülshorst.

Das wollte der Angeklagte erst nicht so recht einsehen. Er sei doch schon in Therapie, sagt er zu Beginn der dreistündigen Sitzung. Erst im Laufe der Verhandlung stellte sich heraus, dass der Angeklagte auf Diebestour ging, um seine Drogensucht zu finanzieren. 50 Euro benötigte er täglich für Heroin oder Kokain.

Dem Angeklagten wurden unter anderem zwei Ladendiebstähle zur Last gelegt. In Schwalmstadt klaute er aus einem Supermarkt fünf Wodkaflaschen, aus einem anderen Supermarkt in Frankenberg ließ er Rasierklingen mitgehen. Diese Taten gab der Angeklagte auch zu.

Knifflig wurde es dann bei einem Einbruch in zwei Autos in Ernsthausen. Dort soll der Angeklagte die Scheiben zerschlagen haben, das jeweilige Autoradio ausgebaut und an sich genommen haben. „Davon weiß ich nichts“, sagte er.

Allerdings fanden sich in einem Auto Blutspuren, diese konnten nach einer DNA-Probe zweifelsfrei dem Angeklagten zugeordnet werden. „Das kann doch auch ein anderer gewesen sein“, meinte der Angeklagte. Richterin Hülshorst sah sich bemüßigt, dem Angeklagten eine kleine Unterrichtseinheit in der DNA-Biologie zu geben. Doch auch davon ließ sich der 29-Jährige nicht beeindrucken.

Zum Teil geständig

Nach dem Diebstahl der Autoradios soll der Angeklagte noch versucht haben, in der Schule Ernsthausen weiteres Diebesgut zu finden. Bei dem Versuch wurde er aber gestört und ließ die Autoradios an der Schule zurück.

An einem anderen Tag soll er in eine Wohnung in Ernsthausen eingebrochen sein und dort eine Digitalkamera und Kleingeld geklaut haben. Die Zeugen bestätigten dies dem Gericht. Denn die Verlobte des Angeklagten hatte sichder Nachbarin anvertraut. Die Verlobte und Mutter seines Kindes war vor Gericht, wollte aber keine Aussage tätigen.

Der seit 1999 kriminell aktive Angeklagte gab nur die Taten zu, bei denen er vor Ort erwischt wurde. Die Staatsanwaltschaft sah strafmildernd nur das Teil-Geständnis und die soziale Notlage an. Sie forderte eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten. Dem schlossen sich der Pflichtverteidiger und Richterin Hülshorst an.

Quelle: HNA

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