Als der Rückers weg war: Diebstahl versetzte 1978 ganz Laisa in Aufregung

Erinnerung an den „Rückersklau“ vor 35 Jahren: Erich Althaus hatte am frühen Morgen des 10. Mai 1978 als erster entdeckt, dass der Rückers nicht mehr auf dem Dach des alten Laisaer Rathauses (im Hintergrund) stand.

Laisa. „Wie sie ihn losgekriegt haben? Ich weiß es nicht.“ Auch 35 Jahre nachdem die Rückersfigur vom alten Laisaer Rathaus gestohlen worden ist, kann sich Erich Althaus nicht erklären, wie die Diebe das geschafft haben. Der Fall ist als „Rückersklau von 1978“ in die Laisaer Geschichte eingegangen und bis heute nicht ganz aufgeklärt.

Seitdem wird das hölzerne Pferdegespann jede Nacht bewacht, auch diesmal, wenn die Figur morgen Abend nach sieben Jahren wieder auf das Dach des heutigen Heimatmuseums „gesteckt“ wird.

Erich Althaus erinnert sich noch gut an jenen Morgen des 10. Mai 1978. „Ich war der erste, der es entdeckt hat, ich wollte morgens um halb fünf zur Arbeit nach Battenberg“, erzählt er. Von seinem Hof konnte er sehen, dass das Rathaus-Dach, das mit Licht angestrahlt wurde, damit man den Rückers besser sehen konnte, leer war.

Im ersten Moment habe er überlegt, am Feuerwehrhaus die Sirene zu drücken. „Was sollte ich machen?“, fragt er noch heute. Denn auf diesen Fall waren die Laisaer nicht vorbereitet, seit 1898 war der Rückers nicht mehr gestohlen worden.

Althaus, der damals zum Festausschuss gehörte, sagte seiner Frau Bescheid und fuhr an die Arbeit. Als er in der Frühstückspause zurückkam, war das ganze Dorf schon in heller Aufregung. Ortsvorsteher Emil Mankel sprach von einer „bodenlosen Frechheit“ kurz vor dem Jahrhundertfest. Denn das Rückersfest war 1978 gleichzeitig die 1200-Jahrfeier des Dorfes und wurde deshalb ausnahmsweise nicht an Ostern, sondern an Pfingsten gefeiert.

Rückers thronte auf dem Rathaus

Seit dem 9. März – so ist es Tradition – hatte der Rückers auf dem Rathaus-Dach gethront, zwei Tage vor Festbeginn wurde er gestohlen. „Die Diebe haben das bewusst an den letzten Tagen gemacht, damit es Hektik gibt“, glaubt Frieda Althaus. „Wir haben dann die alte Rückersfigur aufs Dach gemacht, damit war der Druck für uns ein bisschen weg und das Fest konnte gefeiert werden“, erzählt Erich Althaus.

Der Rückersklau war damit aber noch nicht aufgeklärt. Beim „Boni“, der Gastwirtschaft Zur Jägersruh, richtete der Festausschuss seinen Stützpunkt ein, hier ging am Abend der erste Anruf der Rückersdiebe ein. Ihre Forderung: 1000 DM Lösegeld. „Die Sache hatte plötzlich ein ganz anderes Gewicht“, erzählt Erich Althaus, „üblicherweise wurde das mit Bier geregelt.“

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Quelle: HNA

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