VEW-Programm sollte die Energiewende unterstützen

Diemelsolar-Projekt liegt zunächst auf Eis

Waldeck-Frankenberg. Das Verbands-Energie-Werk (VEW) hat ihr Ende 2013 mit viel Euphorie gestartete Diemelsolar-Programm vorläufig auf Eis gelegt.

Der Grund: Nach einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird seit dem vergangenen Jahr auch für selbsterzeugten und -genutzten Strom aus Anlagen ab einer bestimmten Größe ein Teil der EEG-Abgabe fällig.

Die Idee des Projektes als Beitrag zur Energiewende: Das Schwesterunternehmen der Energie Waldeck-Frankenberg bot interessierten Hauseigentümern Fotovoltaikanlagen zur Eigennutzung des damit produzierten Stroms an – und zwar nicht zum Kauf, sondern für 20 Jahre zur Pacht.

Die Diemelsolar-Anlagen sollten laut VEW die dezentrale Stromproduktion vor allem zu Zeiten des Spitzenverbrauchs unterstützen. Das entlastet den Hausbesitzer, aber auch den Energieversorger, der den Strom nicht mehr teuer an der Strombörse einkaufen müsse, hieß es damals. Für die ersten 100 Dächer standen 600 000 Euro bereit.

Das Angebot löste nach Auskunft von VEW-Geschäftsführer Stefan Schaller zunächst große Resonanz aus. „Wir hatten über 400 Anfragen“, sagte er. 50 Anlagen entstanden und gingen rechtzeitig ans Netz – darunter auch eine Großanlage auf dem Krankenhaus in der Domstadt Fritzlar.

Zum 1. August 2014 trat das geänderte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft und machte es laut Schaller schwierig, gerade die größeren Anlagen noch wirtschaftlich zu betreiben. Das VEW zog die Notbremse und fuhr das Projekt herunter.

Komplett zu den Akten gelegt ist es damit aber nicht. „Wir sind dabei, das Projekt warmzuhalten“, sagte Schaller. Er hofft darauf, dass der Gesetzgeber in einigen Jahren vielleicht wieder anders entscheidet – und auch Speichertechnologie günstiger wird. „Dann sieht das wieder ganz anders aus.“

Quelle: HNA

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