Neujahrsempfang in Hallenberg mit Wolfgang Bosbach · Windkraft in Bromskirchen Thema

„Diese Pläne bereiten uns Sorgen“

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Hallenberg - Auch in Hallenberg sind die Bromskirchener Windkraft-Pläne ein Thema. Beim Neujahrsempfang mit zahlreichen Gästen gab es zudem Neuigkeiten zum Rathaus. Gastredner war CDU-Politiker Wolfgang Bosbach.

Sorgen machen uns die Pläne auf Bromskirchener Seite.“ Das Thema Windkraft griff Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge beim Neujahrsempfang der Stadt am Donnerstagabend nur kurz auf, doch es dürfte so mancher im Publikum mit Interesse zugehört haben. So zählten zu den Gästen Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese und Bad Berleburgs Rathaus-Chef Bernd Fuhrmann. Auch im Wittgensteiner Land kam Kritik auf, als öffentlich wurde, dass der Windpark auf Bromskirchener Gemarkung doch entstehen könnte, wenn auch kleiner als zunächst geplant (wir berichteten).

„Das hat mich überwältigt“

Kronauge befürchtet, dass die Anlagen auch von Hallenberg aus zu sehen sein könnten. Aber: „Ich weiß, dass Karl-Friedrich Frese unsere Sorgen versteht und sie – so weit es in seiner Macht ist – berücksichtigt.“ In Hallenberg selbst hat der Stadtrat entschieden, keine Konzentrationsflächen für Windkraft auszuweisen. Einzig sinnvoller Standort wäre laut Kronauge im Kettelfege am Grenzweg zu Bromskirchen gewesen. Die Untere Landschaftsbehörde sehe dort aber technische und landschaftliche Probleme.

Vor zahlreichen Vertretern von Vereinen, Politik, Kirche, Wirtschaft, Schulen, Feuerwehr und Polizei warf Kronauge ein Blick zurück auf das Jahr 2014. So ging er zum Beispiel auf die Patenschaft der Stadt für das EloKa-Bataillon in Frankenberg ein. „Die Chemie stimmt“, sagte der Bürgermeister in Richtung des Kompaniechefs Daniel Spitzer. Zudem hieß er das neue Pfarrerehepaar Ruth und Oliver Schönfeld willkommen, die gemeinsam die Nachfolge von Ernst-Dieter Mankel angetreten haben.

Trauriger Höhepunkt im vergangenen Jahr war der Rathausbrand im Januar. „In diesen Stunden hat mich die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Hallenberger Bürger überwältigt.“ War er anfangs noch davon ausgegangen, das historische Gebäude für rund eine Million Euro renovieren zu können, so trat schon bald Ernüchterung ein. Denn das Rathaus war schwerer beschädigt als gedacht, so dass es seinen Bestandschutz verloren hatte. Das heißt, dass das Gebäude nach den aktuellen Bestimmungen für Wärmedämmung und Brandschutz quasi neu aufgebaut werden muss. „Jedes Unglück birgt auch Chancen. Wir haben die Chance, unser Rathaus fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen“, verbreitete Kronauge Optimismus. Für rund 1.9 Millionen Euro entsteht ein Gebäude mit einem zweiten Treppenhaus, neuen Fenstern, Innendämmung der Außenwände sowie neuer Heiz- und Elektroanlage. Der nächste Neujahrsempfang soll dann wieder in der Stadthalle stattfinden, wo derzeit die Verwaltung untergebracht ist.

Als besonderen Gast begrüßte Michael Kronauge den CDU-Politiker Wolfgang Bosbach. Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages präsentierte sich gut gelaunt und sprach über seine Hoffnungen für Deutschland. „Ich wünsche unserem Heimatland etwas mehr Gelassenheit, etwas mehr Mut und etwas mehr Optimismus.“ Nicht jedes Problem sei eine Katastrophe. Deutschland stehe vor großen Aufgaben, zum Beispiel was die wirtschaftliche Konkurrenz auf dem Weltmarkt betreffe, „aber wir haben keinen Grund zu verzweifeln“.

Für die Politiker gelte es, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die CDU müsse dabei deutlich machen, dass eine Koalition keine Fusion sei. So dürfte die Eurokrise nicht mit weiteren Schulden bekämpft werden. „Vor allem darf der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Leistungsstärke und sozialer Sicherung nicht aufgelöst werden.“ Um staatliche Unterstützung zu sichern, werde auch in Zukunft wirtschaftliche Kraft benötigt.. Damit setzt sich Bosbach für eine Entlastung von Unternehmen im Zuge der Energiewende ein. „Die wichtigste Investition ist aber die in die Köpfe unserer Kinder.“ (tt)

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