Frankenberg

Direktkandidat im Portrait: Nils Weigand tritt für die FDP im Wahlkreis an

- Frankenberg (jos). „Wir haben ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem“, sagt Nils Weigand. Mehr Netto vom Brutto ist ein zentrales Wahlversprechen der FDP – und ihres Direktkandidaten im Wahlkreis Frankenberg/Schwalm-Eder.

Nur durch Steuersenkungen könne die Wirtschaft angekurbelt werden – diesen Ansatz der FDP hat Nils Weigand verinnerlicht. Der Jurist aus Melsungen ist sich sicher: „Geringere Lohnnebenkosten garantieren Wachstum.“ Das wiederum sei Voraussetzung für neue Jobs. „Und wenn wir mehr Arbeitsplätze haben, sinken gleichzeitig die Sozialausgaben“, sagt Weigand.

Trotz schwindelerregender Schuldenstände der öffentlichen Kassen – Steuersenkungen seien finanzierbar, denn es gebe viele Stellen, an denen im Bundeshaushalt gespart werden könne. Beispielhaft nennt Weigand Entwicklungshilfezahlungen nach China, „wo deutsche Technologien kopiert werden“. Ebenfalls sparen könnte der Bund durch Bürokratieabbau, etwa in der Bundesagentur für Arbeit – dort seien in der Vergangenheit immer mehr Beamte eingestellt worden, so Weigand.

Flächendeckend DSL

Neben der zentralen Forderung nach Steuersenkungen macht sich der FDP-Direktkandidat auch für regionale Themen stark. Eine flächendeckende Versorung mit dem Breitband-Internet DSL hält der Melsunger beispielsweise für unabdingbar. „Die Firmen hier sind darauf angewiesen“, sagt der Jurist.

Weigands berufliche und politische Laufbahn verläuft stringent: Nach dem Abitur in Melsungen und Grundwehrdienst in Homberg ging Weigand ab 1996 zum Studium der Rechtswissenschaften nach Marburg. Nach dem Abschluss im Jahr 2002 folgte das Referendariat in Kassel, bevor Weigand von Juni 2005 bis Dezember 2006 in einer Kanzlei in Bonn arbeitete. Seit Anfang 2007 ist Nils Weigand Sozius in der von seinem Vater Alfred Weigand begründeten Kanzlei „Weigand & Partner“ in Melsungen.

Sicher kein schlechter Job für einen 33-Jährigen – warum will der Melsunger also nach Berlin? „Als Jurist sehe ich immer wieder handwerkliche Fehler in Gesetzen“, antwortet Weigand. Zuletzt habe das Bundesverfassungsgericht mehrere Gesetze wegen ihrer juristischen Mängel „kassiert“.

Weigands Parteikarriere begann mit dem Eintritt in die FDP im März 1993. Bei den Jungen Liberalen im Schwalm-Eder-Kreis ist Weigand Gründungsmitglied. Seit 2004 gehört er dem FDP-Kreisvorstand Schwalm-Eder an, seit 2008 ist der Jurist dessen Vorsitzender. Auch im Vorstand des FDP-Stadtverbands Melsungen engagiert sich der Direktkandidat seit 2003.

Obgleich Nils Weigands Chancen auf ein Bundestagsmandat nicht sonderlich groß sind – im Wahlkampf will er trotzdem alles geben. „Entweder man macht das mit vollem Engagement, oder man lässt es bleiben“, sagt Weigand. Über die Landesliste wird er nicht in den Bundestag einziehen können – also müsste er schon das Direktmandat gewinnen.

Vor Ort unterwegs

Obwohl der Wahlkreis Frankenberg/Schwalm-Eder riesig ist, will Weigand möglichst viele Wähler ansprechen. „Von Melsungen bis Hatzfeld, das sind mehr als hundert Kilometer“, beschreibt der Bundestagskandidat. Dennoch hat sich Weigand gerade im oberen Edertal zu einigen Terminen angemeldet, besucht dort Firmen, diskutiert mit FDP-Mitgliedern vor Ort und informiert sich über Probleme und Chancen der Region.

Eine große Chance für das Frankenberger Land ist aus Sicht vieler Unternehmer der Lückenschluss der A 4 zwischen Olpe und Hattenbach. Doch das Thema ist umstritten, der Widerstand von Seiten der Naturschutzverbände ist groß. Wie steht Weigand zu dem Thema? „Die Notwendigkeit der A 4 ist unbedingt da“, sagt er. Allerdings dürfe man nicht zu viel versprechen. „Wir müssen die Sache erst einmal in den Bundesverkehrswegeplan bekommen“, betont Weigand. Und dann sei ihm eine umweltfreundliche Planung der Trasse wichtig.

Ein weiteres wichtiges Anliegen sind dem FDP-Kandidaten die Bürger- und Freiheitsrechte. „Wer nichts verbrochen hat, darf nicht vom Staat verfolgt werden“, sagt Weigand. Das gelte sowohl für die automatische Kennzeichenerfassung als auch für Handy-Ortungen.

Als Vorsitzender des Melsunger Fußballvereins weiß Weigand zudem um die Bedeutung des Ehrenamtes. „Es ist wichtig, dass ehrenamtliche Tätigkeiten vom Staat unterstützt werden“, sagt der Melsunger. Und wie stellt er sich das konkret vor? „Zum Beispiel indem wir die Übungsleiter-Freibeträge hochsetzen“, antwortet der Direktkandidat. Das würde bedeuten, dass Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei sind.

Und damit geht es wieder um das Lieblingsthema der FDP und ihres Direktkandidaten Nils Weigand, deren These lautet: „Steuerentlastungen sorgen für Wachstum.“

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