Pachtvertrag aufgelöst

Discothek Alpenrausch in Winterberg schließt nach drei Monaten

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Das Alpenrausch in Winterberg.

Winterberg. Die Discothek Alpenrausch in Winterberg ist nach knapp drei Monaten schon wieder Geschichte. „Am 23. Juli wird die Großraumdiscothek geschlossen", bestätigte Dr. Franz-Josef Weihrauch, Pressesprecher der Krombacher Brauerei, die Eigentümerin der Immobilie ist.

Als Grund nannte er gegenüber der "Westfalenpost" wirtschaftliche Erfolglosigkeit. Der Pachtvertrag sei bereits aufgelöst worden und das Gebäude wieder auf dem Markt - zur Vermietung oder zum Verkauf.

Dass die Gäste wegblieben, pfiffen die Spatzen in Winterberg schon seit Wochen von den Dächern. Mit einem so schnellen Ende hatte aber wohl niemand gerechnet.

Pächter Robert Fokkens, der das Alpenrausch nach zehnmonatiger Um- und Rückbauphase erst am 4. Mai eröffnet hatte, zeigte sich nun sehr enttäuscht. „Wir haben alles versucht, aber die Gäste sind nicht gekommen. Und wenn die ausbleiben, hilft auch das beste Konzept nichts. Es war ein Versuch, der leider gescheitert ist.“ Er habe über die Gründe lange gerätselt. Seine Vermutung: Der Ruf der Après-Ski-Hütte habe offenbar zu sehr gelitten.

Auch der Vorgänger des Alpenrauschs, die Disco P2, war im März 2015 nach ebenfalls nur drei Monaten wieder geschlossen worden. Das Team um Fokkens hatte viel investiert, um das komplette P2, das einen sehr sterilen Eindruck erweckt habe, so umzubauen, dass die alten Fassaden und das Fachwerk wieder zum Vorschein kamen. So wollte man den im ganzen Sauerland beliebten Hütten-Charakter erneut aufleben lassen. Die Brauerei unterstützte das Vorhaben großzügig. Bevor die Disco P2 hieß, lief sie unter dem Namen Alpenrausch vor einigen Jahren erfolgreich und hatte auch viele Gäste aus Waldeck-Frankenberg.

Bernd Schmidt, der Anfang Juni als Geschäftsführer von Deutschlands größter Après-Ski-Hütte freigestellt wurde, ist nicht weniger enttäuscht. Auch er hatte viel Zeit und Geld in das Projekt gesteckt. „Zu Beginn hatten wir an Spitzentagen bis zu 150 Gäste. Es gab aber auch Tage, da verloren sich gerade mal acht Besucher in der Großraumdisco. Dann sind die Umsätze natürlich unterirdisch.“

Von Bernd Sangermann

Quelle: HNA

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