Diskussion in Marburg: Per Aufzug zum Schloss?

+
Die Marbug

Marburg. Eine ungewöhnliche Transportidee sorgt in Marburg für Gesprächsstoff. Mit einem speziellen Aufzug will Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) das Schloss mit der Altstadt verbinden.

Das mittelalterliche Gebäude thront über Marburg, ist weithin sichtbar, liegt aber verkehrsungünstig und ist auch für manchen Fußgänger schwer zu erreichen. Der Lift soll Besucher in vier Minuten nach oben befördern. Nach Angaben der Stadtspitze ist das vorerst nur eine Idee. Sprecher Rainer Kieselbach sagte, es müsse nun geschaut werden, ob das Projekt „mittelfristig finanzierbar“ sei. Er schätzte die Kosten auf etwa fünf Millionen Euro.

Nach Angaben der Stadt könnte ein Schrägaufzug von der Altstadt aus die 80 Höhenmeter zum Schloss überwinden. Bislang haben Besucher die Möglichkeit, zu Fuß über Treppen oder Kopfsteinpflaster nach oben zu kommen. „Ich als Marburger bin in etwa zehn Minuten am Schloss“, schildert der Stadtsprecher. Aber Ungeübte oder unmobile Menschen bräuchten bis zu 30 Minuten. Zudem könnten Reisebusse wegen der Straßenverhältnisse gar nicht direkt bis zum Schloss fahren.

Gegner sprechen von Effekthascherei. Philipp Stompfe, Fraktionschef der CDU, der größten Oppositionspartei in der rot-grün regierten Kommune, sieht wichtigere Probleme: „Wir halten die Idee in der vorgestellten Form für nicht umsetzbar. Wenn man Kosten und Nutzen gegenüberstellt, sieht man, dass andere Projekte in Marburg Priorität haben.“

Auch der ehemalige Stadtverordnete Karl-Heinz Gimbel bringt sich in die Schlossdiskussion ein. Er hat eine ganz eigene Transportidee: ein Esel-Taxi. Die Tiere könnten Besucher zum Schloss tragen, zumindest leichte bis 60 Kilogramm. Maultiere schaffen ihm zufolge auch mehr. (dpa/lhe)

Mehr lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

Kommentare