Prüfung nach fast drei Jahren beendet

Dodenau behält Prädikat "Luftkurort"

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Herrliche Landschaft lockt vor allem Motorradfahrer, aber auch Wanderer und Radler nach Dodenau.Foto: Archiv

Battenberg-Dodenau - Die "gute Luft" in Dodenau ist amtlich bestätigt: Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) hat am Montag das Prädikat "Luftkurort" für Dodenau um zehn Jahre verlängert.

Der Urlaubsort im Oberen Edertal ist einer von hessenweit 48 Luftkurorten und neben Rengershausen und Oberorke einer von dreien im Frankenberger Land. Seit 1983 hat Dodenau diese Auszeichnung, die bei Urlaubern für Qualität werben soll. Seit 2010 liefen umfangreiche Prüfungen des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium.

„Voraussetzung für das Prädikat ist nicht nur gute Luft“, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel auf FZ-Anfrage. „Da gehört schon was zu, das kann nicht jeder.“ Ein Arzt vor Ort, eine ausreichende Anzahl an Gastronomiebetrieben, eine Geschäftsstelle als Anlaufpunkt für Touristen das Freibad und das Wildgehege – ein ganzes Paket macht Dodenau zum Luftkurort. „Die Bestätigung spricht sowohl für die Luftqualität als auch für ein bewährtes Bioklima“, teilte Wirtschaftsminister Rentsch gestern mit.

Doch während vor 40 Jahren Sonderzüge Urlauber ins Dorf brachten und Dodenau bis in die 1980er Jahre ein Mekka für Kegelclubs war, haben die Übernachtungszahlen nachgelassen. Die Zeiten, in denen Urlauber mehrere Wochen bleiben, sind vorbei. Die Betriebe haben reagiert und haben sich vor allem unter Motorradfahrern einen Namen gemacht. Weitere Schwerpunkte sind Wandern und Radfahren.

„Wir haben gute Voraussetzungen in Dodenau und aktive Wirte“, sagt Bürgermeister Horsel. Hoteliers und Vermieter müssten aber ständig ihre Standards verbessern: „Das Niveau muss nach oben angepasst werden.“ Wichtig sei, dass Wirte und Vermieter zusammenarbeiten „und die Kräfte bündeln“. Ähnlich sieht es Minister Rentsch: „Gerade Qualität ist im Tourismus der Schlüssel zum Erfolg. Qualitätssicherung und Verbesserungen sind deshalb zentrales Anliegen und eine Daueraufgabe für alle Beteiligten zugleich.“

Horsel geht davon aus, dass der Ederradweg künftig noch stärker befahren wird. „Das soll auch beworben werden. Dodenau ist ein gutes Etappenziel, wenn man an der Quelle los fährt.“

Das bestätigt Silvia Fries, Geschäftsführerin der Ederbergland-Touristik: „Der Radweg ist schon in der Vergangenheit viel befahren worden. Durch den Lückenschluss bei Hatzfeld hart er an Bedeutung gewonnen und wird noch stärker beworben.“ Geplant sei eine neue Broschüre, außerdem soll der Weg nach den Kriterien des Fahrradclubs ADFC zertifiziert werden. Am 9. Juni findet die Eder-Bike-Tour zwischen Frankenberg und Erndtebrück statt.

Auch Fries hält das Prädikat für ein Qualitätsmerkmal. „Es ist ein Begriff, den jeder kennt und ein Indikator, dass die Luft stimmt und ein gewisses Angebot vorhanden ist.“ Von Januar bis November 2012 hätten knapp 20000 Menschen in Battenberg und Dodenau übernachtet. Wegen der Schließung des Hotels Rohde sei die Zahl im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken. Um den Tourismus in Dodenau weiterhin aufrecht zu erhalten, müssten die Betriebe sich spezialisieren und sich abheben.

Auch unter den Betrieben ist die Nachricht freudig aufgenommen worden. „Wir freuen uns natürlich sehr“, sagte Kornelia Boucsein vom Berghotel Waidmannsheil. „Für die Gastronomie ist das eine sehr wichtige Aussage, weil man damit seine eigene Werbung vervollständigen kann.“ Viele Gäste seien sehr umweltbewusst. „Da ist es doch ein gutes Gefühl, dass ständige Kontrollen wie zum Beispiel die Staubmessungen gemacht werden.“ Auch die öffentlichen Einrichtungen des Ortes würden laufend kontrolliert. „Das wiederum ist nicht nur für die Gäste, sondern auch für uns als Bevölkerung von Dodenau schön.“

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