Städtische Bücherei in Dodenau

Dodenauer können Bücherei retten

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Ortsvorsteher Wolfgang Stein möchte die Bücherei in Dodenau gerne erhalten. Das liegt allerdings in der Hand der Dodenauer. Während der Sprechzeiten des Ortsvorstehers können sie in den nächsten drei Monaten noch Bücher ausleihen.Foto: Kutsch

Battenberg-Dodenau - Für Leseratten ist eine Bücherei eine günstige Alternative zum Neukauf von Büchern. In Dodenau jedoch hat das Interesse nachgelassen. Deshalb könnte es mit diesem Luxus für Bücherfreunde bald vorbei sein.

Die städtische Bücherei in Dodenau steht kurz vor dem Aus: Das Bücherei-Team hat die Arbeit niedergelegt. Die vier engagierten Frauen öffnen dienstags nicht mehr für den Verleih, sie sortieren die Bücher nicht mehr und kaufen keine Neuerscheinungen nach. Sie haben laut Ortsvorsteher Wolfgang Stein die Lust an ihrer Arbeit verloren - weil die Dodenauer offenbar kein Interesse mehr an ihrer Bücherei haben.

„Die Frauen haben viel Werbung gemacht, Zettel im Ort verteilt und immer attraktive Bücher zum Verleih gehabt“, sagte Stein in der Ortsbeiratssitzung am Mittwoch. Das Bücherei-Team sei auf Büchermessen gefahren, habe viel gelesen und sich informiert. Die Stadt hat den Frauen jedes Jahr Geld zur Verfügung gestellt, damit die Bücherei immer mit neuen und gefragten Romanen ausgestattet ist.

Doch genützt haben die Zettel und die breite Auswahl an Büchern am Ende nichts mehr: „Früher waren jede Woche drei bis vier Dodenauer da und haben Bücher geliehen“, erzählte Stein. „In letzter Zeit kam manchmal niemand mehr.“

Die Frauen vom Büchereiteam hatten darauf schon reagiert und die Öffnungszeiten am Dienstag zunächst von zwei Stunden auf eine Stunde heruntergeschraubt. „Schweren Herzens haben die Frauen die Bücherei inzwischen ganz aufgegeben“, berichtete der Ortsvorsteher und lobte das Engagement: „Sie haben das gut und gerne gemacht.“ Allerdings gehe der Spaß verloren, wenn kaum einer das Angebot nutze.

Der Ortsvorsteher möchte sich noch nicht von dem Angebot trennen und einen letzten Versuch starten, die Bücherei am Leben zu erhalten. Dafür zählt er auf die Bürger: „Nur die Dodenauer können steuern, ob sie die Bücherei behalten können.“ Während der Sprechstunde von Stein donnerstagszwischen 16 und 18 Uhr können Lesefreunde sich weiterhin Bücher ausleihen und zurückgeben. „Ich kann allerdings keine Fachberatung bieten und Bücher werden erstmal nicht nachgekauft.“

Für drei Monate möchte Stein das Angebot aufrecht erhalten. „Es sollte jetzt aber wieder einen Schub nach oben geben“, betonte er. Sonst werde die Bücherei im Sommer ganz aufgegeben. Vorgespräche mit der Battenberger Bücherei hat Stein schon geführt: Das dortige Team würde sich Bücher in Dodenau aussuchen.

Lese-Nachwuchs gewinnen

„Wir wissen nicht, ob das Interesse fehlt oder ob die Leute zu bequem sind“, sagte Stein ratlos. Er hofft, dass auch über eine Zusammenarbeit mit der Schule Lese-Nachwuchs und neue Kunden gewonnen werden können. „Vielleicht gewinnt das Bücherei-Team dann auch wieder Lust an der Arbeit“, hofft er.

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