Heiße Phase der Köhlertage

Der Dodenauer Kohlenmeiler brennt

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Harald Specht (links) und Jens Simon entzünden den Meiler mit einer langen Fackel. Erst beim dritten Versuch und mit der Zugabe von Sauerstoff beginnt der Kohlenmeiler zu brennen.Fotos: Patricia Kutsch

Battenberg-Dodenau - Im Dodenauer Wald raucht es in den nächsten drei Wochen: Erstmals seit vielen Jahrzehnten brennt in Dodenau wieder ein Köhlermeiler. Mehr als 100 Gäste sahen zu, wie der Meiler im Wildpark angezündet wurde.

Bereits vor einer Woche hatten die Dodenauer ihre Köhlertage - oder vielmehr ihre Köhlerwochen - eröffnet. Die „heiße“ Phase begann allerdings erst am Samstag: Im Rahmen einer Feierstunde wurde der Köhlermeiler entzündet. Er wird drei Wochen lang brennen, bevor die Dodenauer ihre eigene Holzkohle ernten können.

Viele gespannte Besucher haben sich am Samstagmorgen im Wildgehege versammelt. Zwischen Wild und Wald empfing die Dodenauer Feuerwehrkapelle die Besucher mit festlicher Blasmusik. Auch die Allendorfer Jagdhornbläser gaben eine Kostprobe ihres Könnens, bevor Ortsvorsteher Wolfgang Stein die Besucher begrüßte. „Jetzt beginnt der spannendste Teil“, sagte Stein.

Die nächsten Wochen müssen die Köhler alles richtig machen, um am Ende eine große Holzkohleernte einzufahren. Daher haben die neun Hilfsköhler aus Dodenau sich professionelle Unterstützung geholt von Jörg Reif und Otmar Lauth, zwei Köhlern aus dem Hessenpark. „zwei Wochen wird der Meiler nun rund um die Uhr betreut“, erklärte Stein. Danach geht es eine Woche in die Phase der Abkühlung. Insgesamt glühe der Meiler drei Wochen, bevor er am 29. Juni geöffnet wird.

„Das ist unser erster Versuch“, sagte Stein, der zugleich Vorsitzender des ausrichtenden Vereins „825 Jahre Dodenau“ ist. Er ist guter Hoffnung, dass die Holzkohleproduktion gelingen wird. Allerdings gab es kleine Startschwierigkeiten: Gleich drei Versuche brauchten die Dodenauer, um den Meiler überhaupt zu entzünden. Harald Specht und Jens Simon, die Geschäftsführer der Dodenauer Firma Triton durften den Meiler anzünden. Sie gehören zu den vielen Sponsoren und Helfern der Köhlertage, die im Vorfeld den großen Meiler aus Holz und Erde aufgeschichtet und finanziert haben.

Simon kniete auf dem Boden, um die Fackel durch eine Öffnung am Boden in das Innere des Meilers zu schieben. Allerdings ging sie zwei Mal aus. Köhler Otmar Lauth half mit Sauerstoff aus, den er in den Meiler sprühte. Beim dritten Versuch gelang es dann und begleitet vom Applaus der Zuschauer begann es aus dem Meiler zu rauchen.

Für die Besucher schloss nicht nach der Entzündung noch ein unterhaltsamer Nachmittag im Wildgehege an: Es gab wieder Führungen auf dem Kohlemeiler-Lehrpfad, Mitarbeiter von Hessen-Forst erzählten spannendes über Holz, ein Künstler schnitzte mit der Motorsäge einen Fuchs aus Holz und die Chöre des Männergesangvereins boten einige Lieder dar. Auch gestern feierten die Dodenauer bei Musik, Chorgesang, Köhlerbier und einem Gottesdienst.

Interessierte können den Meiler jeden Tag besuchen. Die Köhler sind schließlich rund um die Uhr vor Ort und können einiges zu ihrem Projekt erzählen. Mit Programm geht es weiter am Sonntag, 16. Juni. Dann gibt es ab 14 Uhr wieder Leckereien vom Grill und ein musikalisches Rahmenprogramm, bis hin zum Dämmerschoppen am Lagerfeuer.

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