Informationsabend zum Thema "Kritische Infrastrukturen - Für den Notfall vorsorgen“

Dokumente sichern und Tasche packen

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Frankenberg - "Was machen wir, wenn Strom oder Wasser ausfällt?" Praktische Tipps, die im Prinzip kein Geld kosten, hat Holger Sincl für den Privathaushalt.

Plötzlich fällt der Strom aus. Das Licht funktioniert nicht mehr, das Fernsehbild erlischt. Aber der Stromausfall hat noch mehr Auswirkungen: Kühl- und Gefrierschrank halten die Lebensmittel nicht mehr frisch, mit dem Telefon kann nicht mehr angerufen und der Handy-Akku nicht mehr aufgeladen werden.

Mit einfachen, aber prägnanten Beispielen verdeutlicht Referent Holger Sincl, welche Auswirkungen technische Ausfälle haben können - etwa bei der Wasserversorgung. „Wenn die gestört ist, funktioniert nach drei Stunden auch die Toilettenspülung nicht mehr“, sagt der Sachverständige für den organisatorischen Brand- und Katastrophenschutz sowie Krisenmanagement im Gesundheitswesen.

Solche Ausfälle können Auswirkungen des Klimawandels sein. Offensichtlicher ist die Ursache bei Wetter-Katastrophen, etwa starken Stürmen und nicht endenden Regenfällen, die Hochwasser und Überflutung zur Folge haben. Sincl erläutert die Notwendigkeit, für solche Szenarien vorzusorgen, denn auf Hilfe müsse dann unter Umständen längere Zeit gewartet werden. Bei starken Stürmen, Schnee- und Regenfällen werde die Verkehrs-Infrastruktur gestört, dann könne auch keine Feuerwehr, kein Notarzt oder Rettungshubschrauber zu Hilfe kommen.

„Viele Menschen denken, so etwas kann hier bei uns nicht passieren“, weiß Daniela Neuschäfer, Organisatorin der Frankenberger Klimawoche, in deren Zusammenhang Sincls Vortrag stattfand. Doch Neuschäfer erinnert an eine Windhose, die erst vor zwei Jahren Chaos in dem Frankenauer Altenlotheim auslöste.

Für solche Situationen könne jeder mit einfachen Mitteln, die im Prinzip kein Geld kosten, vorsorgen, erläutert Sincl. Beste Voraussetzung dafür seien Orts- und Objekt-Kenntnisse - etwa das Wissen, wo sich das Feuerwehrgerätehaus befindet, das im Notfall eine Anlaufstelle sein könnte. Dazu gehöre auch, mehrere Wege zu kennen, eine Stadt oder ein Dorf zu verlassen oder zu erreichen. Sincl empfiehlt zudem, bei der Gemeinde und den Gefahrenabwehrbehören wie Polizei und Feuerwehr einmal nachzufragen, welche Vorkehrungen diese Institutionen für den Ernstfall bereits getroffen haben. Hilfreich sei auch, eine gute Nachbarschaft zu pflegen, um sich im Notfall gegenseitig unterstützen zu können. Der Sachverständige rät außerdem, im Haushalt Vorsorge zu treffen - zum Beispiel mit haltbaren Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln, die für mindestens 14 Tage ausreichen. Ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät könne den Informationsfluss weiter gewährleisten und ein Campingkocher den Elektroherd ersetzen.

Außerdem sollte jeder die wichtigsten Dokumente stets bei sich haben. Sincl sagt, dass er seine Dokumente wie Stammbuch und Versicherungen eingescannt und auf einen USB-Stick gespeichert habe, den er immer bei sich trage. Es sei aber auch eine Möglichkeit, die Dokumente zu kopieren und wasserdicht zu verpacken. Für den Evakuierungsfall oder auch lediglich die Einlieferung in ein Krankenhaus sollte jeder sein Notgepäck bereit stehen haben - eine Tasche oder einen Rucksack mit Kleidung, Medikamenten, Hygieneartikeln und den Dokumenten. Außerdem empfiehlt er, persönliche Gegenstände einzupacken, die in Krisensituationen psychisch aufbauen - etwa ein Foto oder ein Kuscheltier.

Weitere Informationen und die kostenlose Broschüre „Für den Notfall vorgesorgt“ gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Internet, unter www.bbk.bund.de.

von Simone Schwalm

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